Palmen und Surfing sind keine Gründe gegen binäre Optionen

Zwei wichtige Gründe gegen binäre Optionen!

Liebe Leser,

binäre Optionen scheinen sich bei privaten Tradern immer mehr der Beliebtheit zu erfreuen. Das behaupten zumindest Broker oder diejenigen die dafür Werbung betreiben. Ich persönlich habe jedoch bisher keinen getroffen, der von dem Produkt so sehr begeistert ist, wie es die Broker oder die Vertriebler sind.

Aber gut, vielleicht kenne ich einfach zu wenig Leute, sitze in meinem Kämmerlein, analysiere den ganzen Tag die Märkte und habe keine Ahnung, dass da scheinbar eine Goldgrube vor mir liegt und kann sie mit meinen Scheuklappen vor den Augen einfach nicht erkennen. Stattdessen könnte ich jetzt auf einer karibischen Insel sitzen, meine Trades von unterwegs übers Smartphone tätigen und zwischen Palmen, Surfing und Cocktails zusehen, wie mein Konto langsam überquillt. Ich Idiot.

Aber wie es nun mal so ist. Die Realität sieht in 99,9 % anders aus. Die restlichen 0,1 % sind dann die Broker, die zwischen Palmen, Surfing und Cocktails sitzen und das Leben genießen solange sie es noch können. Denn auch sie wissen, dass das nicht ewig andauern wird. Denn früher oder später wird auch der naivste Anfänger-Trader merken, dass man hier mit gezinkten Karten spielt.

Ich habe hier mal zwei wichtige Gründe gegen binäre Optionen zusammengetragen und ich versuche dabei weniger subjektiv zu sein, auch wenn mir das bei solch einem Produkt äußerst schwer fällt.

  1. Chancen-Risiko-Verhältnis ist äußerst ungünstig

Im Trading geht es wie so immer um ein hohes CRV. Was so viel bedeutet, dass die Gewinnchance je Trade höher sein sollte als das Verlustrisiko. Da binäre Optionen ein Auszahlungsprofil haben, das dem entgegensteht, befindet sich der Trader bereits von Anfang in einer sehr ungünstigen Position. Genau genommen kann ein Trader pro Trade meist nie mehr als 70 % seines Einsatzes gewinnen.

Das heisst: Alleine der Trade, egal ob Sie gewinnen oder verlieren, kostet Sie bereits 30 % ihres Einsatzes. Ich weiss nicht wie es Ihnen geht, aber ich habe noch kein Produkt kennen gelernt, bei dem solch hohe Gebühren pro Trade verlangt werden.

Jetzt wird der Broker natürlich einwenden, dass sich die Kosten lohnen, denn der Verlust wird automatisch auf die Höhe des Einsatzes begrenzt und man kann pro Trade nie mehr verlieren als den Einsatz. Eine automatische Absicherung also.

Das könnte durchaus ein Argument sein, doch in Anbetracht der Tatsache, dass binäre Optionen Broker in der Regel den Fokus auf den ultrakurzfristigen Handel legen, glauben Sie ja wohl selbst nicht, dass Sie nur einige wenige Trades machen, oder? Wer schützt Sie den vor dem Totalverlust nach mehreren Trades? Natürlich nur Sie selbst und genau deswegen sollten Sie immer Produkte wählen, bei denen das Auszahlungsprofil fair ist.

Damit es klar ist, dass in diesem Auszahlungsprofil der Preis sowie die Statistik gegen Sie laufen, reicht eine einfache Milchmädchenrechnung. Stellen Sie sich vor, Sie haben ein Konto mit 1.000 €. Sie setzen je Trade 100 € ein. Sie verlieren fünf Trades in Folge, also ist ihr Kontostand nun 500 €. Danach machen Sie fünf Mal Gewinn, ihre Auszahlung beträgt 350 €, also steht Ihr Konto nun bei 850 €. Das gleiche Spiel noch mal: Fünf Mal verloren, Ihr Konto steht nun bei 350 €. Ups! Jetzt haben Sie noch nicht einmal mehr genug, um fünf Trades mit dem gleichen Einsatz zu machen.

Na gut, ok. Sie könnten ja zuerst fünf Mal gewinnen. Das gleiche Spiel:  gewonnen, verloren, gewonnen, verloren und Ihr Kontostand beträgt dennoch nur 700 Euro. Es es sollte nun klar geworden sein, dass Ihr Kontostand im Falle von Verlusten viel stärker abnimmt, als er zunimmt, wenn Sie Gewinne machen.

So funktioniert erfolgreiches Trading normalerweise nicht. Ein Trader, der sein Werk versteht, definiert bei seiner Ausgangslage in der Regel ein CRV, bei dem der Gewinn eines Trades inklusive Kosten, höher ist als der mögliche Verlust. Dafür benötigt er aber ein flexibles Produkt. Eine binäre Option kann das nicht leisten.

  1. Keine Regulierung

Binäre Optionen Broker sind in der Regel nicht reguliert oder wenn sie es sind, dann von einer Behörde auf Zypern. Achja, wenn ich dann ein Problem mit dem Broker habe, dann wende ich mich an die Behörde in Zypern. Alles klar.

Doch was heisst überhaupt Regulierung? Fakt ist, dass die meisten privaten Anfänger-Trader gar nicht verstehen, was eine Regulierung bedeutet. Schlicht und ergreifend schützt eine Regulierung ihre Ansprüche gegenüber dem Broker. Wenn Sie Geschäfte mit einem unregulierten Broker machen, sind Sie auf sich alleine gestellt.

Aber warum werden binäre Optionen Broker hierzulande nicht reguliert? Weil man binäre Optionen nicht als Finanzmarktprodukte kategorisiert, sondern als Glücksspiel. Und jetzt kommt der eigentliche Hammer: Glücksspiel ist, sofern man es mit einem Anbieter betreibt, der nicht von der Bundesregierung als Glücksspielanbieter kontrolliert wird, rechtlich strafbar.

Ich wette das wussten Sie nicht, oder? Ich wusste es bis vor Kurzem selbst nicht. Aber als ich das erfahren habe, wusste ich was für ein leichtes Spiel binäre Optionen Broker hierzulande haben. Denn stellen Sie sich vor, Sie machen Geschäfte mit einem binäre Optionen Broker, der zum einen nicht durch eine Finanzbehörde reguliert ist und schon gar nicht durch ein Kontrollorgan, dass ihm das Glücksspielangebot hierzulande erlaubt oder nur über gewisse Kanäle, die rechtlich nicht geschützt sind.

Sie, nicht der Broker, machen sich also genau genommen strafbar. Denn der Broker hat seinen Sitz nicht in Deutschland also ist er fein raus. Und jetzt denken Sie mal scharf darüber nach, welche rechtlichen Ansprüche Sie noch aus dieser Partnerschaft haben? Sie sollten eigentlich am Ende froh sein, dass Sie nicht zusätzlich zu ihrem wahrscheinlichen Trading-Verlust, eine Strafe wegen unerlaubtem Glücksspiel aufgebrummt bekommen.

Fazit für die zwei Gründe gegen binäre Optionen

Ich könnte die jeweiligen Themen noch weiter ausführen, aber meiner Meinung nach reichen diese beiden Gründe gegen binäre Optionen bereits aus, um es sich zwei Mal zu überlegen, ob man binäre Optionen als Handelsprodukt wählt oder nicht. Und fragen Sie sich auch immer: Sollte ein Handelssystem-Entwickler es nicht eigentlich besser wissen und für den Aufbau solch eines Systems lieber Produkte wählen, die ihm ein höheres CRV sichern? Warum sollte er bewusst das teuerste Produkt wählen, das seine Wahrscheinlichkeit auf Erfolg durch eine für ihn ungünstige Struktur dermaßen begrenzt?

Viel Erfolg!

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