Trading lernen – In 10 Schritten zum Trader

Du stehst gerade vor der Entscheidung Traden lernen zu wollen, weisst aber nicht, wo du anfangen sollst? Dann geht es dir wahrscheinlich wie allen anderen, die zwar Interesse am Trading haben, jedoch kaum Zeit, um sich damit eingehend zu beschäftigen. Daher haben wir einen kleinen Leitfaden erstellt, der dir eventuell dabei helfen könnte, eine Abkürzung zu nehmen. 

In diesem Leitfaden erfährst du, wie man mit dem Trading lernen beginnen kann ohne Umwege und gravierende Trading-Fehler zu machen. Welche sind die wichtigsten Schritte, die jeder Händler unabhängig vom Erfolg durchlaufen muss.

Den Unterschied zwischen Trading und Investieren verstehen

Du stehst vor der Entscheidung Trading lernen zu wollen? Dann lies dir unsere Artikel-Reihe “Trading  lernen- in 10 Schritten zum Trader” am besten komplett durch.

Viele Anfänger machen zu Beginn ihrer “Trading-Karriere” den Fehler, Online-Trading und Investieren zu verwechseln. Während das Online-Trading sich auf den kurzfristigen Handel bezieht, ist das Investieren zumeist von langfristiger Natur.

Gravierende Produkt- und Kostenunterschiede gehen damit einher. Darum ist es wichtig, die Unterschiede zu kennen?

Trading lernen aus den falschen Gründen

Nicht selten entscheiden sich angehende, auch oft vermögende Trader für den kurzfristigen Online-Handel, nur um später fest zu stellen, dass man die Kosten- und Gebührenstrukturen unterschätzt hat.

Zum einen ist der aktive Handel mit fortlaufenden Kauf- und Verkaufsgebühren verbunden. Des Weiteren können insbesondere im gehebelten, außerbörslichen Handel, weitere Kosten entstehen, wie etwa Swap-Kosten im CFD-Handel. 

Swap-Kosten

Swap-Kosten sind ein Teil der Finanzierungskosten, wenn eine Position über Nacht gehalten wird. Insbesondere im Forex-Handel sind Swap-Kosten gängig. Hält der Trader eine Position über Nacht, werden die Overnight-Zinsen der jeweiligen Währungen gegeneinander getauscht (swap), sodass entweder Kosten oder in einigen Fällen sogar Gutschriften entstehen können.

Viele Anfänger sind in der Regel sicher, dass sie das Trading dem Investieren vorziehen wollen. Hauptsächlicher Grund dafür ist die Hoffnung auf eine spannende Tätigkeit. Hier greift erstmals die Tradingpsychologie in die Entscheidungsfindung ein. Jeder Profi wird dir jedoch bestätigen, dass erfolgreiches Trading in der Regel weniger spannend sein sollte, sondern dem Umsetzen eines fast schon starrem Regelwerk gleichen.

Ein weiterer Grund, sich für das Trading lernen zu entscheiden, liegt in der Natur der Sache. Nämlich das viele angehende Trader nicht allzu sehr vermögend sind und die angebotenen Produkte mit den Strukturen genau diese Zielgruppen ansprechen. 

  • Trading erfordert mehr Zeit als Investieren

  • Investieren erfordert in der Regel mehr Kapital

  • Aktiver Handel ist mit höheren Handelsgebühren verbunden

  • Risiko- und Moneymamangement Methoden unterscheiden sich

  • Erste Anfänger Fehleinschätzung: Trading ist spannender

Produktauswahl – Verstehen der Eigenschaften und  Gebühren

Die Entscheidung ist gefallen, doch welche Produkte sollen gehandelt werden? Soll es der Forex-Handel sein oder doch der CFD-Handel? Vielleicht sind auch börsengehandelte Produkte wie Futures und Optionen interessant? Grundsätzlich wird zwischen 

  • börsengehandelten und
  • außerbörslichen (OTC, Over the Counter)

Produkten unterschieden. 

Offizielle Börse vs. OTC 

Zwischen den beiden ergeben sich Unterschiede, was die Handelsgebühren- und Kostenstrukturen angeht. Auch die Kursstellung ist hier eine andere.

Börsengehandelte Produkte, zu denen Aktien, Futures und Optionen gehören, werden über offizielle Börsen gehandelt. Hier ist die Kursstellung reguliert und kommt auf Basis eines echten Angebot- und Nachfrageverhältnisses zustande. 

Aufgrund dieser Tatsache genießen börsengehandelte Produkte zwar generell einen besseren Status bei Investoren. Doch das bedeutet nicht, dass nicht auch börsengehandelte Produkte zum Spekulieren genutzt werden.

Man denke nur an die vielen Penny-Stock-Spekulationen, die insbesondere in den 80er und 90er Jahren im Trend lagen, siehe der berühmt berüchtigte Wall Street Wolf. 

Wolf od Wall Street - Spekulation in den 80er

Börsengehandelte Produkte

Der größte Vorteil von börsengehandelten Produkten gegenüber den OTC-Derivaten, sind die nicht vorhandenen Finanzierungsgebühren.

Vor- und Nachteile von OTC- und Börsenprodukten

Die außerbörslichen Produkte weisen für das kurzfristige Online-Trading einige Vorteile auf. Sie sind oft mit einem Hebel versehen, wobei sich hier seit, der in 2018, eingeführten ESMA-Regulierung eine negative Entwicklung für die zulässige Hebelhöhe ergeben hat.

Ein hoher Hebel bedeutet in der Regel, dass der Handel mit einem kleinen Konto möglich wird. Aus diesem Grund eignen sich OTC-Derivate ganz gut, um mit dem Trading lernen zu beginnen.

Der weitere Vorteil ist, dass außerbörsliche Produkte von Fall zu Fall eine höhere Liquidität aufweisen. Man kann sie schneller erwerben und wieder veräußern.

Dies liegt oft daran, dass der Market Maker als Vermittler selbst eine Position einnimmt, ehe ein Gegenpart gefunden wurde.  

Fassen wir kurz zusammen, um den Faden nicht zu verlieren:

  1. Keine Halte- und Finanzierungskosten – Börsengehandelte Produkte sind reguliert und weisen in der Regel keine Haltekosten auf (wichtig im mittel- bis längerfristigem Handel). Die Liquidität kann unter Umständen geringer ausfallen, was sich negativ auf die Veräußerung von Werten auswirkt.
  1. Strukturierte Produkte sind oft mit einem Hebel versehen– Für außerbörsliche Produkte besteht kein regulierter Markt. Emmittenten (z.B. Banken) und Broker werden zwar von den Finanzaufsichtsbehörden reguliert, doch sie stellen gleichzeitig den Market Maker dar, also die inoffizielle Börse.

Neben dem gängigen Spread fallen also, je nach Produktauswahl, weitere Kosten an, wie etwa die Kommission/Provision, die Margin (Sicherheitsleistung) sowie die Swap- und Finanzierungskosten.  

Es ist essentiell die Strukturen zu verstehen und diese nachvollziehen zu können. Insbesondere Swap- und Finanzierungskosten werden von Anfängern oft  unterschätzt.

Swap-Kosten bei exotischen Werten

Je exotischer (z.B. Schwellenländer -Währungen, Kryptowährungen) der gehandelte Wert, desto höher fallen die Swap-Kosten in der Regel aus.

Analysemethoden – Fundamentale vs. technische Analyse

Unter Investoren und Tradern herrscht eine jahrelange Debatte darüber, welche der beiden Analysemethoden die bessere ist. Heruntergebrochen auf zwei Argumente: 

  1. Ein technischer Analyst ist der Meinung, dass alle Informationen im Kurs inbegriffen sind, weshalb es keinen Grund gibt, etwas anderes als den Preis zu analysieren.
  1. Der Fundamentalanalyst geht allerdings davon aus, dass ihm eine detaillierte Analyse der fundamentalen Informationen einen Vorteil bietet. Insbesondere im langfristigen Anlegen sind fundamentale Informationen sehr beliebt. 

Trading lernen – Fundamentale Analyse

Im Grunde genommen dürfte die fundamentale Analyse im Handel und Investieren von Aktien mehr Vorteile besitzen als im Handel von gesamten Märkten, wie etwa Rohstoffen und Währungen, da hier die Zyklen kürzer und unberechenbarer sind. 

Nichtdestotrotz ist ersichtlich, dass fundamentale Informationen starke Auswirkungen auf die kurzfristige Kursentwicklung haben, man kann diese jedoch nur sehr schwer einschätzen. Oft ist der Interpretationsspielraum auch so groß, dass schwer nachvollziehbar ist, ob ein kausaler Zusammenhang zwischen den Informationen und der Preisentwicklung besteht.

Ebenso steht die Komplexität der fundamentalen Analyse im Widerspruch zur oft notwendigen, schnellen Reaktionfähigkeit im kurzfristigen Online-Handel. Siehe dazu auch das Video auf der Homepage, das diesen Zusammenhang beschreibt. Wenn ein Trend abrupt beendet wird, ist es vielleicht keine so gute Idee, erst darauf zu warten, bis die fundamentalen Daten dies bestätigen? Aus diesem Grund fokussieren sich Trader in der Regel auf die technische Analyse. 

Hat die technische Analyse nur Vorteile?

Den scheinbar mehr vorhandenen Vorteilen der technischen Analyse könnte man die zwei folgenden Argumente entgegenhalten: 

  1. Die technische Analyse schafft aufgrund der einfacheren Umsetzbarkeit mehr Wettbewerb und damit eine versteckte Komplexität
  2. Das oben genannte, zügige Einpreisen der Informationen, sorgt nicht selten für Übertreibungen und damit Falschinterpretationen.
DAX Technische Analyse mit Trendmuster und gleitenden Durchschnitten

DAX Chart auf Tagesbasis. Quelle: IG Handelsplattform

Die technische Analyse ist aufgrund ihrer visuellen Art und der weniger komplexen Umsetzbarkeit, die erste Wahl, wenn es um das Trading lernen geht. Solltest du dich ebenso dafür entscheiden, dann bedenke,  dass der Börsenhandel ein großer Wettbewerb um die beste und schnellste (Stichwort High Frequency Trading) Information ist. 

HFT Trading

Das High Frequency Trading (HFT) ist das, zumeist auf Basis von progarmmierten Algorithmen, ultrakurzfristige Trading. Größtenteils über den Futures-Markt umgesetzt, ist, nach Handelsvolumen gemessen, der DAX-Futures Kontrakt derjenige, der von HFT-Tradern am meisten gehandelt wird.

Da die technische Analyse auf der Information „Preis“ basiert und die Preisentwicklung ausnahmslos alle betrachten können, zeigt sich die Komplexität versteckt.

Die gängigen technischen Muster verlieren nach einer Weile ihre Zuverlässigkeit, da große Marktteilnehmer (in der Regel die Wettbewerber von Privaten Händlern) aus diesen Mustern Liquidität abschöpfen, was nicht selten zu Fehlsignalen führt. 

Heisst im Klartext: Banken und andere institutionelle Trader positionieren sich mit ihren großen Volumen entgegen den technischen Signalen und sorgen so bewusst für eine entgegengesetzte Kursentwicklung.

Dies ist einer der Gründe, warum ein großer Teil der privaten Trader zunächst immer Geld verliert.  Sie positionieren sich auf Basis der Technischen Analyse schlicht und ergreifend zu spät.

Die institutionellen Trader nutzen hier zwei Vorteile aus. Nämlich wissen sie oft, wo die Stops der privaten Trader sich befinden, gleichzeitig können sie den Markt in eine Richtung bewegen. 

Einpreisen der Information ist nicht starr

Dass alle Informationen im Preis bereits inbegriffen sind, stimmt ebenfalls nur teilweise. In der initialen Reaktion mag das stimmen, doch das Einpreisen einer Information sollte nicht als starr verstanden werden.

Übertreibungen und Untertreibungen gehören für das Einpreisen einer Information zum Wesen des Kursverhaltens und je kurzfristiger die Betrachtung, desto größer die Über- oder Untertreibung. 

Insbesondere im Forex-Markt sorgen bereits Erwartungen der Marktteilnehmer oft für übertriebene Reaktionen und wenn die erwartete Information öffentlich wird, fällt die Reaktion gegensätzlich aus.

Dies ist als der Buy-the-Rumor-Sell-The-Fact Effekt bekannt. Die Erwartung wird gekauft und der Fakt wieder verkauft. 

Fazit für die Auswahl der Analysemethode

  • Die technische Analyse ist aufgrund der Einfachheit bei Tradern beliebter und wird daher als erste Wahl fürs Trading lernen verstanden.
  • Die fundamentale Analyse ist bei langfristig orientierten Tradern und Anlegern das Non Plus Ultra
  • Die fundamentale Analyse ist im kurzfristigen Handel schwer umsetzbar
  • Die technische Analyse hat den Nachteil des hohen Wettbewerbs.

Anhand der Nachteile der beiden Methoden kannst du folgenden Schluss ziehen: Eine bevorzugte Analysemethode alleine macht noch keinen erfolgreichen Trader aus Dir.

Dazu gehören weitere Faktoren, wie etwa das disziplinierte Umsetzen, Stichwort Tradingpsychologie, oder das richtigen Risiko- und Moneymanagement. 

Trading lernen mit den weiteren Inhalten

Du hast jetzt drei der wichtigen Säulen des Tradings kennen gelernt. Hast du Interesse an unserer “Trading lernenin 10 schritten zum Trader” Artikel Reihe? Wenn ja, dann lese in Kürze diese weiteren Inhalte:

  1. Risiko und Money-Management verstehen
  2. Brokerauswahl – Nach welchen Kriterien wählt man den Broker aus?
  3. Demokonto einrichten
  4. Praktisches Trading – Es geht los
  5. Tradingpsychologie verinnerlichen
  6. Live-Trading
  7. Tradingpsychologie verinnerlichen, die zweite

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