Wie man seine Stärken nutzt um Schwächen zu bekämpfen

Zusammenfassung

  1. Kann mehr Produktivität nur durch Spezialisierung erreicht werden?
  2. Schwächen bekämpfen indem man seine Stärken nutzt
  3. Motivation ist nur der erste Schritt, für viele auch der letzte
  4. Meine Strategie, um mit alten Gewohnheiten zu brechen
  5. Die Übertragung der positiven Gedanken
  6. Der zweite positive Nebeneffekt

Spezialisierung als der einzige Weg um die Produktivität zu steigern?

Unsere Wirtschaft basiert auf der Spezialisierung. Das funktioniert seit vielen Jahren ganz gut, denn wenn ein Spezialist sich auf eine Sache fokussiert, kann er folglich eine bessere Leistung effizienter erbringen. Die Produktivität kann gesteigert werden, der höhere Output sorgt für mehr Einnahmen. Durch das stetig steigende Know-How und die Qualität können Preise, den Wettbewerb mal außen vorgelassen, ebenfalls angehoben werden.

Mit dem immer weiter steigenden Know-How eröffnen sich dem Unternehmen neue Möglichkeiten, seine Schwächen zu verringern. Es gibt wenige Unternehmen, die ich kenne, denen das gut gelingt, aber eins davon dürfte definitiv Apple sein. Apple kauft immer weniger Bauteile für die Produktion seiner Produkte von Zulieferern, zumindest die technologischen. Das Ziel ist klar: Wenn Apple es schafft alle wichtigen Teile in Eigenproduktion zu fertigen, wird es unabhängiger von langfristigen Verträgen, kann die Ausgaben besser steuern und neue Märkte erschließen.

Stärken nutzen und Schwächen bekämpfen

Im persönlichen Bereich sollte man sich mMn. ebenfalls nicht nur darauf versteifen seine Stärken auszuspielen und die Schwächen unterzuordnen, denn sofern man seine Stärken nicht vernachlässigt, kann es nur von Vorteil sein. Man hat eigentlich nicht viel zu verlieren. Wenn es nicht klappt, dann bleibt eben alles beim Alten. Das ist nicht so einfach getan, wie gesagt. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Schwächen bekämpfen wird für ihn schwerer sein, als Stärken zu festigen.

Wenn man Schwächen in Stärken verwandeln möchte, muss man also kontinuierlich mit alten Gewohnheiten brechen. Aus seiner Komfortzone steigen und gezielt neue Dinge dort angehen, wo die eigenen Schwächen identifiziert werden können. Nun sind Worte meistens motivierend, darüber hinaus kommt es aber oft nicht. Viele wagen den ersten Schritt, merken dann, dass der erhoffte Erfolg ausbleibt und sind noch mehr enttäuscht als sie es vorher waren.

Nur Motivation reicht oft nicht aus, ist aber ein Anfang

Man muss begreifen, dass alleine Motivation nicht ausreicht, um seine Schwächen auszumerzen. Um Schwächen in Stärken zu verwandeln, muss man sich auf einen langen Prozess einstellen und das bedeutet wiederum, dass man sich immer und immer wieder aus seiner Komfortzone bewegen muss. Viele Persönlichkeits-Coaches versprechen einem aber genau das. Nämlich, dass man nach dem Coaching motiviert hinausgeht und der König der Welt ist.

Die Realität bringt einen schnell auf den Boden der Tatsachen. Die Enttäuschung schlägt sich sehr schnell nieder und Demotivation anstatt Motivation setzt ein. Was kann man also tun? Im ersten Schritt womöglich sich damit abfinden, dass es sich um einen längeren Prozess handeln wird. Oft sogar einen Prozess, der über Jahre hinweg erfolgt. Und sich dessen klarwerden, dass man immer und immer wieder über seinen Schatten springen muss, um dem Ziel näher zu kommen.

Man gewinnt selbst wenn man sein Ziel nicht schnell erreicht

Manchmal wird es einfach sein, manchmal schwer. Doch es wird Fortschritte und Erkenntnisse geben, egal wie es läuft. Und das ist ein enormer Vorteil, den man nicht unterschätzen sollte. Alleine die Reflexion, die im Prozess stattfindet, also die Akzeptanz seiner eigenen Schwächen, wird dazu führen, dass man sich persönlich weiterentwickelt. Doch es gibt auch Methoden, die einem dabei helfen können, sich auf sein Ziel zu fokussieren. Nutzen Sie doch Ihre Stärken dazu, um Schwächen zu verringern.

Ich habe mir z.B. für mich selbst eine Strategie überlegt, in der ich meine Stärke nutze, um eine gewisse Schwäche zu bekämpfen und ich meine, dass sie teilweise ganz gut für mich funktioniert. So bin ich von Kindheit an sehr sportlich gewesen. Sport ist für mich in der Regel keine Anstrengung, sondern eine Genugtuung. Diese Einstellung zu haben, ist aus meiner Sicht eine Stärke, denn für viele Menschen hat Sport etwas mit Überwindung zu tun. Meine Schwäche hingegen ist, dass ich mich gerne innerhalb meiner Komfortzonen bewege. Das heisst, ich bin wenig flexibel. Sei es im privaten oder beruflichen Leben.

Wenig Flexibilität schränkt ein

Nicht flexibel in dem Sinne, dass ich es nicht mag, wenn etwas nicht nach meinen Vorstellungen oder meinem Plan läuft. Damit beschneide ich mich selbst und andere, denn ich lasse nur wenig Alternativen zu. Nun könnte man es als egoistisch ansehen, ich würde es eher als Angst bezeichnen. Die Angst, dass ich womöglich außerhalb meiner Komfortzone, nicht mehr die Performance erbringen kann, die ich innerhalb dieser leiste.

Ich habe also die Wahl. Entweder ich finde mich mit meiner Angst ab und konzentriere mich weiterhin nur auf meine Stärken und könnte dabei Erfolg oder eben Misserfolg haben. Oder aber, ich baue meine Stärken kontinuierlich weiter aus und verfolge gleichzeitig den Plan meine Schwächen zu verringern. Wie sieht das Chancen-Risiko-Verhältnis hierbei aus? Was kann ich verlieren und was kann ich gewinnen? Ich gewinne in jedem Fall eine Erkenntnis und am Ende eventuell sogar eine neue Stärke. Selbst wenn ich nicht die angepeilte Stärke, aus welchen Gründen auch immer erreiche, dann doch eine andere, weil jede Aktivität etwas Positives mit sich bringt.

Positive Gewohnheiten übertagen

Ich bin fest davon überzeugt, dass unsere physischen Fähigkeiten mit den mentalen verknüpft sind. Sie sind nicht so sehr miteinander verknüpft, wie es uns die Esoteriker weiss machen wollen, aber unsere physischen Reaktionen gehen nun mal von Signalen in unserem Gehirn aus. Das ist Fakt. Alle Bewegungen sind bei uns Menschen jedoch seit Kindesalter automatisiert, sodass wir diese Verknüpfung gar nicht mehr wahrnehmen.

Je öfter man gewisse Bewegungen seit Kindesalter ausführt, umso einfacher und “automatisierter” laufen diese in der Zukunft ab. Man spricht dann oft von Talent. Ich erzähle Ihnen nichts Neues, wenn ich sage, dass dieses sowohl auf physischer als auch intellektueller Ebene existiert. Auch Wissens-Talente werden nicht einfach so geboren und sind von Anfang an intelligent. Wie auch bei physischen Fähigkeiten, gibt es sicherlich bei dem einen oder dem anderen eine besondere Ausgeprägtheit, doch den größten Teil macht die bewusste Entwicklungsförderung aus. Wird diese vernachlässigt, nützt die besondere Ausgeprägtheit wenig.

Gewohnheiten sind sowohl auf der physischen als auch auf der intellektuellen Ebene trainierbar

Von Kindesalter an hängen also unsere physischen als auch die intellektuellen Fähigkeiten von der Förderung ab. Bei dem einen mehr bei dem anderen weniger. Es gibt somit keinen Grund anzunehmen, warum man nicht in der Lage sein sollte, die vernachlässigten Fähigkeiten zumindest so weit zu trainieren, dass sie einem nützlich werden könnten. Man muss ja dabei kein Ausnahmetalent werden. Ein stark intellektueller Mensch, der zuvor mit Sport nicht viel am Hut hatte, kann mit etwas Fleiß und Willen physisch top fit werden wofür er ebenfalls einige Jahre brauchen dürfte.

Aber selbst, wenn er es nicht schaffen sollte regelmäßig Sport zu treiben, so wird ihn doch jede sportliche Aktivität etwas weiter voranbringen. Er verliert also damit nichts, es zu probieren. Genauso sollte es auch umgekehrt funktionieren. Diesen Gedanken versuche ich nun seit fast einem Jahr zur Gewohnheit werden zu lassen und dafür nutze ich den Sport. Da ich beim Sport besser in der Lage bin über meine Grenzen zu gehen, nehme ich an, dass ich die Angst davor, aus meiner Komfortzone zu kommen, überwinden könnte, wenn ich versuche den Gedanken, den ich beim Sport empfinde, auf diesen Lebensbereich zu übertragen.

Den Schweinehund überwinden mit einem positiven Nebeneffekt

In der Praxis sieht es dann meistens so aus, dass ich in dem Moment, wenn sich beim Ausdauersport mein Schweinehund meldet und mich davon überzeugen will, wie gut sich das anfühlen würde eine Pause zu machen, bewusst aus Trotz weitermache. Meinem Schweinehund den Stinkefinger zeige, weil ich weiss, dass ich am Ende derjenige sein werde, der mit einem Lächeln den kompletten Lauf beenden wird. Diesen Trotz habe ich mir über die Jahre antrainiert, sodass er fast schon zur Gewohnheit geworden ist. Natürlich darf man dabei nicht übertreiben. Ob mein Körper einen Schwächeanfall erleidet oder sich nur der Schweinehund meldet, muss ich dabei unterscheiden können.

Ich bin beim Sport also dazu ohne Probleme bereit über mein Grenzen zu gehen, warum dann nicht auch woanders? Womöglich liegt das daran, dass ich jeweils andere Resultate erwarte. Beim Sport sind mir die positiven Resultate bekannt, wenn ich über meine Grenzen gehe. Im anderen Fall aber nicht. Das hinterlässt einen faden Beigeschmack. Für jemanden, der gerade mit dem Sport anfängt, könnte es sich jedoch genauso anfühlen. Seine Konzentration ist zu sehr darauf bedacht, dass er scheitert als auf das, was er bereits mit den kleinen Schritten gewinnen könnte. Eventuell nicht gleich einen Marathon zu laufen, aber zumindest ein besseres Körpergefühl und mehr Gesundheit.

Zudem ergibt sich durch diese Strategie ein weiterer positiver Nebeneffekt, wie ich gemerkt habe. Meine Leistungsfähigkeit beim Sport steigt nochmals, da ich nicht mehr nur Sport treibe, um körperlich fit zu sein, sondern ein weiteres Ziel hinzukommt und damit meine Motivation eine weitere Steigerung erfährt. Der Sport wird für mich sozusagen der Mittel zum Zweck, wobei selbst diese Stärke nicht vernachlässigt, sondern weiter gefördert wird. Natürlich befinde ich mich noch nicht am Ziel, was die Übertragung dieser Gewohnheit auf andere Bereiche angeht, doch ich kann im Rahmen dieser Strategie absolut nichts verlieren und im schlimmsten Fall baue ich meine vorhandene Stärke weiter aus. Sowie Apple eben :-)

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