Risiko ETF-Blase berechtigt?

Wie hoch ist derzeit das Risiko ETF-Blase?

Lieber Leser,

immer wieder kursieren Berichte in den Medien darüber, dass das Risiko ETF-Blase größer wird. Das kommt den Vertretern des Stock-Pickings natürlich gelegen, aber wie Sie bereits wissen sollten, mache ich mir nichts aus Verkaufsargumenten. Obwohl ich selbst Stock-Picking betreibe, liegt mir dennoch viel daran, den objektiven Blick auf die Märkte zu bewahren.

Deshalb habe ich nun einiges an Daten gesammelt, die Ihnen einen guten Überblick darüber verschaffen sollten, wo wir in Bezug auf das angebliche Risiko ETF-Blase stehen. Folgend daher eine Auflistung der Daten, die ich für wichtig erachte. Daten stammen unter anderem von: ETFGI, XTF, Goldman Sachs, Federal Reserve Board, etf.com.

  • Weltweite ETF gebundene AUM (Assets Under Management) betragen derzeit 4 Bio. US-Dollar, davon 3,06 Bio. in den USA.
  • Weltweite AUM in Publikumsfonds betragen 16,3 Bio. US-Dollar.
  • Im Vergleich zu den gesamten gebundenen Assets in Fonds, beträgt der Anteil der Assets, der in ETFs gebunden ist, gerade einmal 17 %.
  • Weltweites Wachstum der AUM in diesem Jahr beträgt +18,5 %, davon 2,13 % in den USA.
  • US-Wachstum in 2016 beträgt +32 %.
  • Weltweite Anzahl an ETFs beträgt derzeit 6.834, davon 2.011 in den USA.
  • Anteil an der gesamten Marktkapitalisierung von US-Aktien beträgt 6,29 %.
  • ETFs besitzen in etwa 4,7 % an der gesamten Marktkapitalisierung von Apple und 4,7 % an der Marktkapitalisierung des S&P500 Index. Publikumsfonds hingegen besitzen mehr als 20 % der gesamten Marktkapitalisierung von US-Aktien. Auf den größten Anteil von 37 % kommen private Investoren.
  • Die fünf größten US-ETFs (BlackRock, Vanguard, State Street, Invesco, Charles Schwab) verwalten 89 % aller von ETFs verwalteten Assets in den USA.

Fazit für das Risiko ETF-Blase

ETFs verzeichnen sowohl an der Anzahl gemessen als auch an den AUM, weiterhin ein rasantes Wachstum. Dennoch konzentriert sich der größte Anteil des weltweit institutionell verwalteten Kapitals, mit einem Anteil von über 80 %, auf aktiv gemanagte Publikumsfonds.

Brechen wir die Anteile der AUM im ETF-Bereich nach Ländern herunter, dann wird der größte Anteil von US-basierten ETFs verwaltet. Genaugenommen 76,5 % des weltweit von ETFs verwaltetem Kapital. Gehen wir noch weiter ins Detail, dann wird erkennbar, dass dieser von US-ETFs verwalteter Anteil zu 89 % von den fünf größten ETFs verwaltet wird.

Es wird deutlich, dass der Trend zwar besteht und wächst, jedoch zeigen die Daten auch, dass wir von einer ETF-Blase noch meilenweit entfernt sind. Ein gravierendes Risiko einer ETF-Blase besteht daher aktuell zumindest noch nicht. Auswirkungen auf Kurse, geschweige denn das Risiko eines ausgemachten Crashs, verursacht durch ETFs, sind derzeit eher unwahrscheinlich.

Meine Meinung zur zukünftigen Entwicklung

Die Anzahl der angebotenen ETFs steigt stetig, weil irgendwelche exotischen ETFs auf den Markt geworfen werden, doch die echte Nachfrage konzentriert sich, wie der Anteil des weltweit verwalteten Kapitals zeigt, auf die größten ETFs in den USA. Exotische ETFs werden nach einer Weile höchstens als Randerscheinungen kommen und gehen. Es kann gut möglich sein, dass der Trend sich in naher Zukunft weiter in der EU ausbreitet.

Doch das wird kein leichtes Unterfangen, denn einige Anbieter haben bereits vor einigen Jahren ihr EU-Geschäft aufgrund der geringen Nachfrage einstellen müssen. Die Europäer sind ja nicht einmal leicht von Aktieninvestments zu überzeugen, mit einem ETF können sie erst recht wenig anfangen. Aber ich bin guter Hoffnung, dass sich das bald ändern könnte. Das steigende Volumen der AUM, sollte im Auge behalten werden.

Viel Erfolg!

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