Rally in den Metallpreisen – Zeit für einen Pullback?

Liebe Leser,

Ihnen ist mit Sicherheit die Rally in den Metallpreisen, allen voran den Preisen für Industriemetalle nicht entgangen. Der Kupferpreis erreichte in der vergangenen Woche ein Mehrjahreshoch und notierte kurzzeitig über 3 US-Dollar je Pfund. Auch der Aluminium-Preis notierte auf dem höchsten Stand seit 2014. Der Zink-Preis erreichte hingegen sogar ein Zehnjahreshoch: “Zinc prices highest in a decade as industrial metals surge” . Ich mache es wie gewohnt kurz: Drei wesentliche Faktoren sind für die Stabilität in den Preisen, meiner Ansicht nach, verantwortlich…

  1. Mittelfristig hatten Erwartungen an Trumps Infrastrukturmaßnahmen die Preise stabil gehalten.
  2. Der US-Dollar, der seit Dezember 2016 einen Abwärtstrend hingelegt hatte, beeinflußte alle Metallpreise positiv (siehe auch die Gold-Analyse hier “Spekulieren auf den Goldpreisanstieg?”.
  3. Chinas Maßnahmen zur Reduktion der Kapazität sind besonders für den letzten Teil der Rally mit verantwortlich.

Die ersten beiden Faktoren, lasse ich erst einmal so stehen. Denn meines Erachtens nach, ist gerade der letzte Teil der Rally zu einem großen Anteil durch Chinas Maßnahmen auf der Angebotsseite beeinflußt worden. Allerdings scheint es jedoch, als würde die Nachfrage nach Industriemetallen ebenfalls leicht anziehen.

Chinas Maßnahmen nähren die Rally in den Metallpreisen

So haben der Bau-Sektor sowie der Automobil-Sektor zuletzt weiterhin solide performt, auch wenn die letzten Daten per Juli insgesamt wieder eine leichte Delle in der Industrie andeuten. Die Reduktion der Kapazität im Rahmen der Maßnahmen ist enorm und vor allem soll sie, wie ich verstanden habe, zum Großteil in die Zeit zwischen November und März nächsten Jahres fallen.

Was wir hier in den Metallpreisen sehen, könnten also wie so oft, Erwartungen an ein weiter fallendes weltweites Angebot während der Wintermonate sein. Ich will nicht bestreiten, dass die Rally in den Metallpreisen auch aufgrund einer wirtschaftlichen Erholung weiter geht, doch für eine insgesamt anziehende Wirtschaft, bräuchten wir eine Unterstützung auch seitens anderer Rohstoffmärkte. Wie unten im Chart ersichtlich unterstützt der CRB-Index die Rally in den Metallpreisen bisher jedoch nicht.

CRB-Index und Industriemetalle Index

Nun könnte es natürlich auch irgendwann einmal zu spät sein, wenn man auf die Unterstützung des CRB-Index wartet, keine Frage. Doch möglicherweise haben wir noch einen Pullback vor uns, nachdem Erwartungen an die chinesischen Maßnahmen eingepreist worden sind. Dass der letzte Teil der Rally in den Metallpreisen weiterhin für sich unabhängig von anderen Faktoren ist, macht auch der untere Chart deutlich.

US-Anleiherenditen vs. Industriemetalle

US-Anleiherenditen bestätigen Rally in den Metallpreisen ebenfalls nicht

Dieser vergleicht die Ratio zwischen den Industriemetallpreisen und den Edelmetallpreisen (weiß) sowie die Rendite der 10-Jährigen US-Anleihen (blau). In der Regel bestätigen sich beide, sofern Erwartungen an eine wirtschaftliche Erholung eine Rolle spielen. Zuletzt jedoch haben Anleiherenditen die Rally in den Industriemetallen ebenfalls nicht unterstützt.

Das zeigt einmal mehr, dass Erwartungen an eine sich insgesamt wirtschaftliche Erholung besonders im letzten Teil der Rally noch nicht gänzlich berücksichtigt sind und der hauptsächliche Faktor eben China und bei Kupfer auch einige Produzenten selbst sind.

Dennoch, wenn ich hier davon sprechen, dass Erwartungen an eine wirtschaftliche Erholung im letzten Teil der Rally nicht berücksichtigt sind, dann bedeutet es nicht, dass sie überhaupt nicht da sind. Denn zu Beginn der Rally sowohl in den Industriemetallen als auch in den Anleiherenditen, waren sie eben durchaus ausschlaggebend.

Die Frage lautet daher: Befinden wir uns in einer Konsolidierung, was Erwartungen an eine anziehende Wirtschaft angeht und es geht bald wieder aufwärts? Wird die Rally in den Metallpreisen demnächst durch weitere Faktoren unterstützt oder passen sich eher Metallpreise an die Konsolidierung an und korrigieren? Ich glaube mittelfristig an das erstere, kurzfristig aber, tendiere ich eher zum Zweiten.

Viel Erfolg!

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