Beiträge, die sich mit der aktuellen konjunkturellen Entwicklung beschäftigen

Ist der US-Arbeitsmarkt wirklich solide?

Liebe Leser,

am vergangenen Freitag wurden die monatlichen Daten zum US-Arbeitsmarkt per Februar 2017 veröffentlicht. Auf den ersten Blick betrachtet, sind die Daten ziemlich solide ausgefallen. Neugeschaffene Stellen wurden in der Anzahl von 235k verzeichnet und damit 35k mehr als erwartet. Der 12-Monatedurchschnitt liegt nun bei 196k geschaffenen Stellen pro Monat. Den Aussagen der FED nach, ist die Schaffung von im Schnitt 80k pro Monat ausreichend um die Geldpolitik zu straffen, sofern alle andere Daten ebenfalls konform gehen.

Gehaltsabrechnungen USA

 

Die Arbeitslosenquote ist auf 4,7 von 4,8 % gefallen. Etwas Skepsis in der Hinsicht der Lohninflation, haben derweil die durchschnittlichen Stundenlöhne verbreitet. Diese sind entgegen den Erwartungen im Februar und im Vergleich zum Vormonat unverändert um 0,2 % gewachsen. Im Januar fiel der Anstieg der durchschnittlichen Löhne noch geringer aus. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt es einen Anstieg von 2,8 %, ebenfalls unverändert im Vergleich zu Januar. Der US-Dollar (US-Dollar Index) sowie US-Anleiherenditen reagierten auf die Daten negativ, denn Inflationserwartungen dürften sich im Angesicht nur mäßig steigender Lohninflation etwas eindämmen.

Stundenlöhne USA

Und hier ist die Krux an der ganzen Sache. Auch wenn die monatlichen Daten größtenteils solide Zahlen verzeichnen, bleiben die Zuwachsraten, gemessen an den Durchschnitten und im Vergleich zu den Zuwachsraten beispielsweise in den 90ern, im Abwärtstrend. Die untere Grafik zeigt die jährlichen Zuwachsraten bei den neugeschaffenen Stellen seit 1968.

US Arbeitsmarktdaten solide?

Zwar ziehen die durchschnittlichen Stundenlöhne seit 2015 tatsächlich etwas an, in der langfristigen Betrachtung geht es jedoch kaum vorwärts. Es ist auch klar, warum die Märkte reagieren, wenn dieser Umstand, wie aktuell in der kurzfristigen Betrachtung sichtbar wird.

Stundenlöhne US Arbeitsmarkt

Fazit

Der US-Arbeitsmarkt wächst, aber er wächst schwächer als es die monatlichen Daten auf den ersten Blick suggerieren. Eine Begründung für das schwache Wachstum, könnte auch generell die Nach-Krisenzeit (Finanzkrise) sein. Doch auch vor der großen Finanzkrise waren die Zuwächse eher moderat. Die US-Rezessionsangst zu Beginn des vergangenen Jahres dürfte nun einige Zeit zurück liegen und in den Arbeitsmarktdaten verarbeitet sein. Sollten die Zuwachsraten in den nächsten Monaten nicht anziehen, sondern weiter fallen, könnte es eine erste Indikation für eine kommende Rezession sein. Siehe hierzu auch den Bericht von The Fat Pitch March Macro Update.

Viel Erfolg!

David Iusow

 

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