Kapitalanlage oder Trading

Klassische Kapitalanlage oder Trading –  Einige Grundgedanken

Liebe Leser,

viele Anfänger-Anleger hadern mit der Frage klassische Kapitalanlage oder Trading? Wie Sie wissen bin ich nicht starr davon überzeugt, dass es nur die eine richtige Anlagestrategie gibt. Allerdings glaube ich daran, dass es je nach Anleger-Typ Anlagestrategien gibt, die sich tatsächlich für den jeweiligen Typ eignen. Da ich gleichzeitig davon ausgehe, dass die meisten privaten Anleger das kurzfristige Risiko scheuen, gehe ich ebenfalls davon aus, dass die Buy & Hold Strategie mit Diversifikation, die eine Strategie ist, die sich für die meisten eignet. Aber auch das könnte ein Trugschluss sein. Warum erfahren Sie weiter unten.

Insofern machen die vielen Value-Blogger aus meiner Sicht, vieles richtig, denn sie sprechen die Masse an. Dennoch obwohl der Value-Ansatz dem Buy & Hold Ansatz am nächsten kommt, können es sich die meisten nicht nehmen lassen Stock-Picking auf hohem Niveau zu betreiben. Ein Widerspruch in sich. Zudem, aus meiner Sicht, das Ziel einen günstigen Wert zu finden, eine günstig bewertete Aktie zu entdecken, steht genau genommen dem Versuch das richtige Markttiming mittels der technischen Analyse zu treffen, in nichts nach.

Kapitalanlage oder Trading

Vielleicht sollten wir einfach aufhören unsere Überzeugungen weiter zu tragen und uns immer zu widersprechen und stattdessen darauf konzentrieren, was uns der Markt hergibt. Denn, Anlegen ist nun mal keine Einbahnstrasse und wird es auch nie sein. Das, was mich im Ausprobieren vieler Strategien und beim Analysieren der Märkte generell geprägt hat war die Erkenntnis, dass das Risiko immer da sein wird, ob im Buy & Hold Ansatz oder im Positions-Trading.

Wenn man versucht heute etwas zu seinen Gunsten zu optimieren, wird man morgen dafür bezahlen müssen. Egal wo ich es mir heute einfacher mache, wird es morgen an anderer Stelle komplexer. So funktionieren Märkte und das sollte man begreifen. Das ist das Wesen des Risikos. Man kann es nicht ausschalten, egal wie sehr Sie sich dagegen stemmen oder wie vielversprechend eine Strategie klingt.

Der Trader nimmt die Komplexität vorweg

Der Trader nimmt das Risiko jetzt auf sich, in dem er Rein-Raus-Strategien betreibt. Er nimmt die Komplexität vorweg. Dafür aber muss er sich womöglich nicht mehr mit einem ausgemachten Crash à la 2008 abplagen. Der Buy & Hold Stratege macht sich das Leben jetzt leichter aber umso schwerer, wenn das Anlagekapital auf einen Schlag um 50 % ausradiert wird. Denn selbst in einem optimal diversifizierten Portfolio, sind Rückgänge von 50 % im Rahmen eines Crashs normal. Am Ende kommt es darauf an, wie Sie mit diesem Drawdown umgehen. Die Strategie wird es nicht richten, es wird dann an Ihnen selbst liegen.

Das soll nicht heißen, dass Sie sich nun für das Trading entscheiden sollen wenn Sie vor der Frage stehen ob klassische Kapitalanlage oder Trading. Das soll Sie nur allgemein für den Markt sensibilisieren. Denn es sollte auch klar sein, dass nicht jedem einfach so möglich ist die Komplexität des Marktes in Form des Tradings vorwegzunehmen und im Zweifelsfall würde ich Ihnen eher die klassische, diversifizierte Anlage empfehlen.

Nur machen Sie sich dabei auch klar, dass ein Buy & Hold- oder Value-Ansatz nicht gleichbedeutend ist mit einem geringeren Risiko. Genaugenommen haben Sie dieses nur aufgeschoben. Vielen ist das bereits bewusst und letztendlich auch der Grund warum Sie entgegen ihren Überzeugungen Stock-Picking und Anpassungen in Portfolios betreiben. Aber es gibt noch einen anderen Grund warum man entgegen seinen Überzeugungen Stock-Picking betreibt. Es macht einfach Spass. Und das ist ja auch schon etwas.

Viel Erfolg!

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