Beiträge, die sich mit den aktuellen geldpolitischen Entscheidungen der Notenbanken beschäftigen

Darum wird der Bitcoin überschätzt!

Liebe Leser,

der Bitcoin ist nicht tot zu kriegen. Gründe dafür warum viele, selbst institutionelle Investoren immer mehr vom Potential des Bitcoin überzeugt sind, gibt es anscheinend genug. Diese reichen von einer digitalen Ersatzwährung, bis hin zum Status des digitalen Goldes. Es scheint so, als hätten Bitcoin-Fans immer ein Argument parat. Natürlich wird das Ganze vom starken Anstieg des Bitcoin-Kurses unterstützt und je länger der Anstieg andauert, umso mehr sieht es danach aus, als würden all diese Argumente bestätigt.

Doch die Berichterstattung seitens der Bitcoin-Befürworter ist oft zu einseitig. Es werden meist nur Vorteile hervorgehoben und Nachteile als weniger wichtig präsentiert, da die Technologie noch am Anfang steht. Aber gerade diese Gegenüberstellung ist bei neuen Entwicklungen wichtig. Denn was oft vergessen wird ist die Tatsache, dass hinter unserem bereits bestehenden Währungssystem ebenfalls technologische Entwicklungen stehen. Der Bitcoin konkurriert jedoch nicht nur auf Basis der Technologie mit unserem Währungssystem, sondern stellt auch das Währungssystem an sich infrage.

Anleger und Investoren sollten dabei folgendes nicht unberücksichtigt lassen. Der Bitcoin wird größtenteils von privaten Investoren als eine technologische Errungenschaft angesehen. In der Wirtschaft konnte der Bitcoin sein Potential und damit das Vertrauen seitens der Manager nicht gewinnen. Und dafür gibt es einen guten Grund. Nämlich, dass unser Fiatgeldsystem eine äußerst effektive und vor allem vertrauenswürdige Art ist Geschäfte zu betreiben.

Vertrauenswürdig? Unser Währungssystem? Niemals? Genau diese Voreingenommenheit, die so gut wie immer aus Unverständnis resultiert, machen sich Bitcoin-Anhänger zu nutze. Das Erstaunliche dabei ist, dass das System hinter dem Bitcoin ebenso wenig verstanden wird. Dennoch, etwas, dass sich der Kontrolle des Staates entzieht, muss ja besser sein. Dabei wird oft vergessen, dass es im Grunde genommen gar nicht um Kontrolle geht, sondern Vertrauen. Vertrauen daran, dass der Staat auf gewisse Weise ein geringes Risiko garantiert, wenn man Geschäfte betreibt.

Bei meiner Recherche bin ich vor einiger Zeit auf eine Präsentation gestoßen, die die andere Seite betrachtet. Nämlich unser bereits bestehendes, vom Staat kontrolliertes Geldsystem, auch Fiatgeldsystem genannt. Der Autor ist ein durchaus bekannter Programmierer und Ökonom. Da ich denke, dass hier sehr viele Dinge sehr gut dargestellt werden, nehme ich mir die Freiheit und übersetze es frei für Sie, mit teilweise einigen eigenen Überlegungen.

“Fiat is effective”

Fiatgeld ist sehr effektiv…auch wenn es nicht unbedingt ethisch ist

Während der Finanzkrise wies das fiatbasierte Geld nicht weniger, sondern mehr Wert auf. Das Problem der Geldpolitiker war nämlich nicht die Inflation, sondern Deflation. Die gängigen Annahmen, die gegenüber dem Fiatgeld getroffen werden sind:

  • Es ist schwach.
  • Regierungen haben einen Anreiz das Geld zu entwerten.
  • Es ist instabil.
  • Es ist zum Scheitern verurteilt.

Manchmal sind diese Annahmen wahr, aber: Fiatgeld wird von den Ländern herausgegeben. Jedes Land ist anders. Die pauschalen Annahmen oben sind daher so gut wie nie wahr, wenn:

  • Diese Länder wirtschaftlich stabil sind und in der Lage das Volk zu besteuern.
  • Das Bankensystem des jeweiligen Landes in der Lage ist Anreize zur effektiven Kreditaufnahme zu schaffen.
  • Die Ökonomie des Landes diversifiziert ist (Export/Import).
  • Die Verschuldung größtenteils in der Landeswährung erfolgt.

Der Autor ist davon überzeugt, dass zumindest jetzt noch keine der Kryptowährungen in der Lage ist, die Effektivität des Fiatgeldes zu ersetzen. Sicher gibt es Ansätze wie etwa den “Stablecoin”. Doch der wird an eine echte Währung gekoppelt, insofern liegt hier keine wirkliche Konkurrenz vor. Eine Währung sollte durch einen Wert gedeckt sein, im Falle des Fiatgeldes ist es die Ökonomie des Landes.

Die existierenden Fiatgeldsysteme sind vom ethischen Standpunkt aus zu kritisieren. Denn sie bevorteilen einige Völkergruppen und schaden anderen. Konkurrenzfähig wäre eine Kryptowährung daher durchaus aus der ethischen Sicht. Aktuell kann man das aber keineswegs behaupten, denn mit all den ICOs und den Geschäften auf dem Schwarzmarkt ist man noch meilenweit vom Status einer ethischen Währung entfernt.

Was ist Geld?

  1. Tauschmittel
  2. Wertaufbewahrung
  3. Rechnungseinheit

Der Tausch findet so gut wie kaum mehr auf Basis von Bargeld statt. Annahmen, die über unser Geld getroffen werden, basieren dennoch in der Regel immer noch auf der Tauscheigenschaft mittels Bargeld, obwohl wir in der Realität längst digital bezahlen. Im Vordergrund steht daher nicht mehr nur die Tauscheigenschaft, sondern die Art der Abrechnung im Rahmen der Tauschaktion.

Du bezahlst die Miete mittels einer Transaktion, während die Leistung über den ganzen Monat bezogen wird. Du zahlst den Anwalt mittels Honorar je Stundensatz. Du verhandelst über einen Vertrag bei dem ein Teil der Finanzierung noch vor der Leistung erbracht wird und der Rest bei Erreichen von Meilensteinen. Bei nicht synchronen Tauschaktionen (synchron: Zahlung und Leistung werden gleichzeitig erbracht) bestehen Risiken für beiden Parteien.

  • Wird der Vertragspartner zahlen/liefern?
  • Bewertungsrisiko- Ist die Leistung bzw. die Währung immer noch so viel wert wie zu Beginn der Vereinbarung?

Währungssysteme, die nicht in der Lage sind die beiden Risiken abzumildern, dürften dafür sorgen, dass Geschäftsabschlüsse und damit die ökonomische Aktivität in einem Land begrenzt bleiben. Selbst wenn es die Möglichkeit gibt synchrone Tauschaktionen durchzuführen, häufen sich mit der Zeit Verpflichtungen, die mit nicht synchronen Tauschaktionen verbunden sind.

  • Wir planen unseren zukünftigen Bedarf für Essen, Wasser, Unterkunft usw.
  • Geschäftssubjekte planen ihre zukünftigen Einnahmen und Ausgaben, Umsätze usw.

Dafür benötigen wir eine Rechnungseinheit, die in der Lage ist diese von Unsicherheit betroffene Kalkulation anzustellen. Darüber hinaus wollen wir, dass diese Rechnungseinheit bis zum Abschluss des Tausches so wenig wie möglich an Wert verliert. In gewisser Weise wollen wir ein System, das uns ermöglicht diese Risiken zu hedgen, denn wir wissen, dass Preise für Güter und Leistungen über einen gewissen Zeitraum Fluktautionen ausgesetzt sind.

Gelder mit denen man nicht in der Lage ist solche Kalkulationen annähernd real anzustellen, werden ebenso gemieden werden und die ökonomische Aktivität begrenzen. Die Rechnungseinheit, die wir am Ende wählen, wird die Basis unserer Werte darstellen. Werte sind allerdings nicht nur, die wir besitzen, sondern auch, die wir schulden.

Wir wollen, dass diese Schulden nicht alleine dadurch mehr werden nur weil die Einheit nicht stabil ist. Wir wünschen uns nicht, dass diese Einheit im Laufe der Zeit durch übermäßige Inflation abwertet. Aber wir wünschen uns auch nicht, dass diese Einheit unerwartet aufwertet, da das unsere Verschuldung erhöhen würde.

Die Rechnungseinheit ist eine weitaus wichtigere Eigenschaft des Geldes als die Tauscheigenschaft. In einigen Ländern werden beispielsweise Verträge in ausländischer Währung ausgehandelt, während die Bezahlung in heimischer Währung erfolgt. Die Wertaufbewahrung folgt in der Regel der Rechnungseinheit. Wenn die Bezahlung in heimischer Währung erfolgt, sind Menschen gewillt diese wieder umzutauschen, um das Abwertungsrisiko zu verringern.

Das Fiatgeld sichert Preisstabilität

Der Verbraucherpreisindex misst die Kosten eines typischen Haushaltes. Er ist nicht perfekt, denn einen typischen Haushalt gibt es in der Regel nicht. Doch genauere Maßeinheiten haben wir leider nicht und viele statistische Auswertung haben gezeigt, dass der Verbraucherpreisindex die Realität annähernd korrekt wiederspiegelt. Die folgende Grafik vergleicht den US-Verbraucherpreisindex in US-Dollar und in Bitcoin seit 2014.

Sie zeigt wie stabil sich die Kosten in Form des VPIs in US-Dollar ausgedrückt über den Zeitraum gehalten haben. Während die Kosten in Bitcoin einem Glücksspiel geglichen haben. Damit bleibt die Kostenkalkulation in US-Dollar zumindest planbar. Bitcoin-Anhänger wenden jedoch ein, dass alleine die Akzeptanz zu mehr Stabilität verhelfen würde. Das zeigt, wie wenig Verständnis dafür vorhanden ist, wie Preisstabilität überhaupt erreicht wird.

Aus der Historie ist bekannt, dass Preisfluktuationen trotz Akzeptanz zugegen waren. Erst der Einfluss der Geldpolitik sorgte dafür, dass die notwendige Stabilität gegeben war. Und zwar über das Steuern des Nachfrage-Angebot-Verhältnisses des Geldes und durch Anreize (Forward Guidance). Hierfür bedient man sich sodann den allseits bekannten aber oft nicht verstandenen geldpolitischen Maßnahmen.

Um diese Steuerung zu gewährleisten, ist eine kontinuierliche Beobachtung der aktuellen Gegebenheiten vonnöten. Die Stabilität, die für uns oft als selbstverständlich erscheint, basiert auf äußerst durchdachten Zusammenhängen und hängt von vielen Faktoren ab, für die jeweils unterschiedliche Steuerungsinstrumente Anwendung finden. Aus der Perspektive der Preisstabilität, ist die Konzeption einer Kryptowährung im Vergleich zum bestehenden System alles andere als fortschrittlich.

Sicher sind jedoch auch kritische Einwände gegenüber dem Fiatgeldssystem nicht unberechtigt. Die meisten zielen auf die vielen Instrumente zur Steuerung der Preisstabilität ab, denn je nachdem welche gewählt werden, entstehen dadurch für manche Gruppen Vorteile und für andere Nachteile. Länder, die auf eine langjährige Historie der Preisstabilität zurück blicken können, haben es einfacher das Vertrauen von Wirtschaftssubjekten zu gewinnen und werden daher gegenüber anderen bevorteilt.

Reversibilität fördert vernünftiges Handeln

Ein weiterer Vorteil des Fiatgeldes ist die Reversibilität. Dieser Vorteil ergibt sich direkt aus dem Bankensystem und bezieht sich auf die Bezahlung, die rückgängig gemacht werden kann. Damit wird das Partnerrisiko verringert. So können beispielsweise Zahlungen oft wieder rückgängig gemacht werden, sofern die Leistung nicht oder nicht wie gewünscht erbracht worden ist. Diese Reversibilität erfordert keine Rechtsstreitigkeiten und sichert damit einen Anreiz für vertrauenswürdige Geschäftspartnerschaften.

Kritisch wird in diesem Zusammenhang oft vorgetragen, dass Banken als Intermediäre/Treuhänder im Transaktionsprozess auftreten und damit ein Interessenskonflikt besteht. Das ist nicht unwahr, doch das System funktioniert gut genug, um Geschäfte abzuschließen, die ohne dieses Vertrauen überhaupt nicht zustande gekommen wären.

Die Reversibilität wäre auch bei Kryptowährungen vorstellbar, doch die meisten Lösungsvorschläge basieren eben auf einem Intermediär, der die Transaktion bewerkstelligt. Ein Intermediär ist immer mit höheren Kosten verbunden. Doch wer soll die tragen, da wo das Blockchain-System gar nicht dafür gedacht ist, Zwischeninstanzen zu zu lassen? Geschweige denn Zwischeninstanzen, die Geld kosten sollen? Oft wird daher die nicht vorhandene Reversibilität als Vorteil von Kryptowährungen dargestellt, wobei es genau genommen aber eher ein Bug ist.

Dass es sich um einen Vorteil handelt, mag auf gewisse Nischenbereiche zu treffen. Vor allem wenn es um Bereiche geht, in denen Transaktionen sich der staatlichen Kontrolle entziehen sollen. In der Regel sind das jedoch illegale Geschäfte. Der Großteil der getätigten wirtschaftlichen Geschäfte ist in den weiter entwickelten Ländern nicht illegal. Es gibt für das Funktionieren von diesen Geschäftstätigkeiten daher auch keinen Grund sich der staatlichen Kontrolle entziehen zu wollen.

Die Reversibilität ist ein enormer Vorteil von Fiat-Währungssystemen. Sie kostet den Käufer kaum etwas und wenn, dann oft nur hypothetisch. Für den Verkäufer können dadurch zwar Kosten entstehen, doch diese werden mit einem höheren Vertrauen seitens des Käufers belohnt. Der Einwand könnte natürlich der sein, dass sich mehr geschäftsähnliche und vor allem vertrauenswürdige Nischen bilden würden, sofern man Transaktionen ohne die Zensur des Kontrollorgans im großen Maße akzeptiert.

Diese müssten dann jedoch so vertrauenswürdig sein, dass die Reversibilität in Bezug auf das Partnerrisiko uninteressant wird. Das ist jedoch genauso unrealistisch, wie die Behauptung vieler Bitcoin-Fans, der Wohlstand würde mit einem regulierten Bankensystem negativ korrelieren. Viele Studien zeigen genau das Gegenteil. Da wo ein reguliertes Bankensystem existiert, floriert in der Regel auch die Wirtschaft und damit auch der Wohlstand.

Es kommt darauf an wie man spart

Papiergeld bricht irgendwann wertlos zusammen. Der Wert des Goldes überdauert. Jede Fiatwährung wird irgendwann kollabieren, weil jeder Staat irgendwann kollabiert. Genauso könnte man auch sagen: Der Mensch stirbt irgendwann, der Stein überdauert. Entscheidend ist also oft der eigene Lebenshorizont und nicht die mögliche “Lebensdauer” der von uns betrachteten Werte. Für unsere Lebensdauer hingegen scheint das Fiat-Währungssystem von Vorteil zu sein und das nicht ohne gute Gründe.

Die Fiatwährung ist in der Regel durch die ökonomische Stärke des jeweiligen Landes gedeckt und ein Kollaps der Wirtschaft ist nicht auszuschließen. In diesem Fall dürfte die Währung relativ zu anderen ohne Frage entwerten. Doch die Währung wertet auch ohne einen Kollaps ab. Schauen wir uns die Kaufkraft des US-Dollars seit 1913 an. Der folgende Chart (100/CPI) macht deutlich: Die Kaufkraft des US-Dollars hat in dem langen Zeitraum um 96 % nachgegeben.

Wenn du oder deine Oma also in diesem Zeitraum Geld unter der Matratze versteckt hättet, dann ist dieses Geld heute 96 % weniger wert als in 1913. Anzumerken dabei ist, dass die stärkste Phase der Geldentwertung inbesondere in der Zeit stattgefunden hat, in der der Goldstandard existierte. Und die geringste Abwertung zu Zeiten der grossen Depression statt fand. Wie der folgende Chart ebenfalls deutlich macht, dürfte sich die Kaufkraft des Geldes, sofern investiert in kurzfristige US-Anleihen, über den gleichen Zeitraum fast verdoppelt haben.

Stimmen, die behaupten das Fiatgeldsystem würde Sparer benachteiligen, missverstehen das gesamte System. Es kommt darauf an, wie man spart. Wenn man das Geld wie im oberen Beispiel dargestellt als Cash (unter der Matratze versteckt) hält, würde es seinen Wert verlieren. Im Falle eines Investments in risikolose Anleihen, die vom Risiko in etwa dem Cash-Halten gleichen, würde die Kaufkraft des investierten Geldes im Zeitraum zwischen 1925-2006 um 70 % steigen.

Fazit

Fiatgeldsysteme sind äußerst effektiv. Man kann sie mögen oder hassen, doch der Wohlstand wird derzeit in Fiatgeld gemessen. Über viele Jahrhunderte hinweg hat sich der ökonomische Wohlstand und die militärische Macht nachweislich in Länder verlagert, die statische Einschränkungen des Währungssystem immer mehr aufgehoben haben und das Vertrauen für die Kreditaufnahme in eigener Währung durch Deckung des Staates gefestigt hatten.

Die Preisstabilität wird nicht statisch, sondern dynamisch erreicht. Das ist schließlich der Grund, warum Zentralbanken oft dynamische Zielwerte für Preisschwankungen festlegen. Das wesentliche Merkmal der Preisstabilität ist ein über einen gewissen Zeitraum voraussehendes Preisniveau.

Fiatwährungen sind zum einen gedeckt durch die Arbeitskraft und den Assets aller Menschen, die ihren Verpflichtung durch die Bezahlung mittels Fiatgeld nachgehen. Zum anderen durch die Macht des Staates diese Verpflichtungen in Form des Steuersystems zu gestalten. Und zu guter Letzt durch das Bankensystem, dass Anreize dafür schafft diese Verpflichtungen zu akzeptieren.

Fiatgeld wird nicht wie oft fälschlicherweise behauptet aus der Luft erschaffen. Vergleichbar mit der Kreditkartenzahlung. Wenn du mit der Kreditkarte zahlst, dann entsteht für den Moment zusätzliches Geld im Umlauf. Doch dieses Geld muss tatsächlich vorhanden sein, ansonsten besteht für dich das Risiko das Vertrauen zu verlieren. Du bist am Ende schlicht und ergreifend kreditunwürdig.

Dasselbe gilt auch für Staaten und Zentralbanken im globalen Währungssystem. Währungen kollabieren in der Regel infolge undisziplinierter Vorgehensweise von Staaten/Politikern. Die Währung zeigt das weltweite Vertrauen gegenüber einem Land an, weshalb alleine hier ein Anreiz bestehen sollte vernünftig zu handeln.

Das tatsächliche Problem des Fiatgeldsystems ist weniger die von Bitcoin-Anhängern verbreitete Annahme, es wäre den Kryptowährungen technologisch unterlegen. Nein, es ist viel mehr überlegen, sowohl technologisch als auch ökonomisch. So sehr überlegen, dass sich daraus ein enormer Vorteil für diejenigen ergibt, die in der Lage sind solch ein System am besten zu managen.

Viel Erfolg!

EURUSD nach FED reagiert richtig

EURUSD nach FED bärisch?

Lieber Leser,

das wohl wichtigste Ereignis vor der Sommerpause ist gestern gelaufen. Die Spannung nahm im Laufe des Tages um einiges zu, als US-Inflationsdaten per Mai unter den Erwartungen ausgefallen waren. Damit wurden drei Monate in Folge schwache Daten verzeichnet. Innerhalb der Daten lässt sich immer mehr erkennen, dass der schwache Preisanstieg nun auf viele Bereiche übergreift.

Während man bei den Daten per März noch den steilsten Preisverfall im Telekommunikations-Sektor verzeichnete, griff der Preisverfall im April bereits auf den Dienstleistungssektor über. Genau genommen fielen die Preise damals schon für medizinische Dienstleistungen. Auch Mieten verzeichneten rückläufige Preise per April. Per Mai ist ein Preisrückgang in vielen Bereichen zu erkennen, Immobilien, Gesundheit, Kleidung. Die Kern-Inflation hat sich damit seit drei Monaten nicht mehr verändert.  Für eine gute Zusammenfassung kann ich diesen Artikel empfehlen:

“Summary of My Post-CPI Tweets (June 2017)”

EURUSD nach FED und Yellen bricht ein

Und was macht Jennet Yellen? Sie hebt den US-Zins an und deutet an, dass Inflationsdaten sehr “noisy” sein können. Sie ignoriert also die Entwicklung der Inflation in den letzten drei Monaten und bleibt hart bei ihrem Plan. Die Erwartungen, die sich vorher aufgebaut hatten, hat die FED damit aber erfüllt und den Markt vorerst nicht enttäuscht. Mehr noch gab sich Yellen hawkisher als gedacht und kündigte den Beginn der Bilanzverkleinerung an.

Der EUR/USD-Kurs reagiert darauf wie er darauf reagieren sollte. Es war ein hawkishes Statement. So dass der US-Dollar an Wert gewann. Doch für mich und meinen EUR/USD-Long Trade, heisst es nun erst einmal: Don`t fight the FED. Ich verstehe, dass der Markt mit hoher Wahrscheinlichkeit, Yellen die Aussagen zur Inflation über kurz oder lang nicht abkaufen wird, doch wenn ich perspektivisch in Richtung 6 Monate denke, dann will ich in diesem Zeitraum nicht in den Seilen hängen oder eben die FED bekämpfen. Daher habe ich gestern über Twitter direkt meinen Ausstieg aus dem Trade bekannt gegeben:

EURUSD Long Trade geschlossen

Viel Erfolg!

US-Zinsen werden steigen

US-Zinsen werden steigen!

Liebe Leser,

die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Amerikanische Notenbank FED heute zum dritten Mal die US-Zinsen anhebt ist sehr hoch. Gemessen an den Terminmarktkursen (CME), beträgt diese 90,8 %. Nach dem Schritt werden US-Zinsen innerhalb einer Spanne zwischen 0,75-1,00 % fluktuierenViele FED-Mitglieder, unter anderem solche, die normalerweise dovish eingestellt sind, haben den Markt nun eingehend darauf vorbereitet und es gibt keinen gravierenden Grund, warum der Zinsschritt nicht erfolgen sollte.

Etwas überraschend kamen die vielen hawkishen Aussagen der FED-Mitglieder vor drei bis zwei Wochen und haben die Wahrscheinlichkeit nach oben schnellen lassen. Doch unter der Berücksichtigung eines stark gestiegenen Aktienmarktes, macht es auch Sinn. In der Vergangenheit kam es in der Regel nur dann zu sehr starken Verwerfungen am Aktienmarkt im Rahmen einer Zinsanhebung, sofern der Zinsschritt überraschend kam. FED Zinsschritt Wahrscheinllichkeit

Die eigentliche Frage, die sich also nun stellt, ist weniger ob US-Zinsen angehoben werden, sondern wie viele Zinsschritte in diesem Jahr noch zu erwarten sind? Anleger werden daher die sogenannten Dot Plots, die Prognosen und die Pressekonferenz mit FED-Präsidentin Jennet Yellen sehr genau verfolgen. In Anbetracht dessen, dass der heutige Zinsschritt nun eingepreist sein sollte, besteht aus der kurzfristigen Betrachtung heraus, leichtes Überraschungspotential. Die meisten Experten rechnen zum gegebenen Zeitpunkt noch damit, dass es in diesem Jahr mehr Zinsschritte geben wird als weniger, also mindestens drei. Diese Erwartungen könnten auf der einen Seite enttäuscht werden, sofern die Dot Plots und die Prognosen nicht so hawkish ausfallen und Yellen sich vorsichtiger gibt als in der letzten Rede.

Andererseits, auch wenn viele Experten mit drei Zinsschritten rechnen, so besteht weiterhin etwas Skepsis, wenn man die Wahrscheinlichkeiten zu Rate zieht. Es besteht deshalb auch Anpassungspotential nach oben. Wie bereits eingangs erwähnt. Um einen zukünftigen Crash am Aktienmarkt abzuwenden, nachdem dieser keine Gelegenheit hatte ordentlich zu korrigieren, dürfte man eher darauf erpicht sein Kurs zu halten, um so wenig Überraschungen wie möglich hervorzurufen. Nach zwei dovishen (vorsichtigen) ersten beiden Zinsschritten, dürften die nächsten nun hawkisher werden.

Wie könnten Märkte darauf reagieren?

Diese Frage ist besonders unter den aktuellen Umständen nicht so einfach zu beantworten. Kurzfristig betrachtet, könnte der US-Dollar sowie die Renditen der T-Notes (10-jährige Anleihen) fallen, sofern sich die FED weniger hawkish als erwartet gibt. Aktuell liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Zinsen im Juni weiter steigen bei 50 %. Deshalb besteht jedoch auch Aufwärtspotential bei den Erwartungen. Der T-Note Future hat sich aktuell sehr nahe an den Kursbereich von vor dem Dezember-Zinsschritt vorgewagt. Ein Unterschreiten der Kurszone bei 122 Punkten, könnte weitere Verluste (Gewinne bei den Renditen) nach sich ziehen. Der Aktienmarkt würde mit hoher Wahrscheinlichkeit im Falle einer hawkischen FED stabil bleiben, da er zurzeit mehr auf die konjunkturelle Stabilität reagiert, die mit einem weiteren Zinsschritt bestätigt werden würde.

Im Kontext und in der etwas längerfristigen Betrachtung, gibt es jedoch durchaus Faktoren, die einen schwächeren US-Dollar und wieder fallende Renditen begünstigen. So sind beide kurz nach den letzten beiden Zinsschritte erst einmal wieder gefallen. Und das beim letzten Mal sogar trotz der überraschend hawkishen Dot Plots. Das Sentiment an den Terminmärkten hat sowohl beim US-Dollar als auch bei den T-Notes extreme Level erreicht. Diese Positionierungen begünstigen einen stärkeren “Sell-The Fact”- Effekt.  Auch könnte die weiterhin nur moderate Kerninflation in den USA (1,9 %) die Renditen an einem steilen Anstieg hindern. Die jüngste Vergangenheit (2000er) zeigt, dass die Renditen bei einer schwachen Inflation, selbst dann Schwierigkeiten hatten zu steigen, nachdem die FED weit über zehn Mal die Zinsen angehoben hatte.

Fazit

Dass die FED die US-Zinsen heute anhebt, steht so gut wie außer Frage. Kurzfristig betrachtet, wird daher vieles daran hängen wie hawkish die Dot Plots und die Prognosen ausfallen und wie die FED-Präsidentin sich in der Pressekonferenz gibt. Wahrscheinlich ist, nach all den Vorbereitungen, dass es eher hawkisher wird als dovisher. Damit könnte die FED die noch bestehende Skepsis bezüglich der nächsten Schritte verringern und kurzfristig Potential nach oben sowohl beim US-Dollar als auch bei den Renditen bewirken. Aktienmärkte könnten in diesem Fall ebenfalls steigen, Finanzwerte würden die Führung wieder übernehmen.

Etwas längerfristig betrachtet aber, dürfte sich das Einpreisen der harten Fakten nun so langsam durchsetzen. Denn es scheint, dass Erwartungen zuletzt in allen Märkten etwas weit vor gelaufen sind. Die Differenz zwischen den Daten für Erwartungen und den tatsächlichen (Soft vs. Hard), hat sich deutlich erhöht.  Die Entwicklung sowohl beim US-Dollar (Zinsen) als auch bei den Renditen (Inflation) und auch an den Aktienmärkten (Konjunktur), dürfte daher so langsam der Realität ins Auge sehen. Das heißt nicht, dass Märkte stark einbrechen aber dass das Potential ohne diese Anpassung nur begrenzt sein wird.

Viel Erfolg!

David Iusow

 

EZB und EURUSD

EZB Pressekonferenz- Wie geht es weiter?

Die EZB Pressekonferenz, die von einer konsequenten Haltung Mario Draghis getragen wurde, erwischte einige Markteilnehmer auf dem falschen Fuß. Das liess sich nicht nur an der harschen Reaktion im EURUSD Kurs erkennen. Long Euro FX Futures-Positionen (COT-Daten)  fanden noch in der Vorwoche starke Zuwächse. Die Euro-Bullen wurden jedoch zu sehr von Erwartungen getrieben, die sich wiederum  fundamental nicht, oder zumindest noch nicht, bestätigen liessen.

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EZB Rede

EZB Rede- Mario Draghi legt nach

Heute hat der EZB Präsident Mario Draghi in seiner EZB Rede wiedermal klare Worte sprechen lassen. Wir wollen hier nicht auf die Details eingehen, denn diese können auf jedem Portal nachgelesen werden. Wir können nur sagen, dass seine Worte ziemlich konsequent waren. Einige Marktkenner vergleichen die Rede mit seiner berühmten “Whatever it takes”- Rede. Auch einer weitere Zinssenkung wurde besprochen.

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