eine bärische Divergenz und die Dow-Theorie

Deutet die Dow-Theorie auf einen Bärenmarkt hin?

Liebe Leser,

laut der weit verbreiteten Dow-Theorie sollten sich die beiden Indizes Dow Jones Industrials Average Index (DJIA) sowie der Dow Jones Transportation Average Index (DJTA) bestätigen, um eine gesunde Marktbreite aufrecht zu erhalten und damit den Aufwärtstrend. Dass die Märkte nie so einfach gemäß der Dow-Theorie, die mal vor fast hundert Jahren aufgestellt worden ist, funktionieren, sollte klar sein. Doch Beachtung finden können gewisse Theorien schon. Vor allem, wenn man sie nicht gleich als Verkaufssignale interpretiert, sondern wenn sie dabei helfen die aktuelle Marktlage einzuschätzen.

Wie der Chart unten zeigt, haben die beiden Indizes bereits vor einigen Wochen eine bärische Divergenz ausgebildet. Der Dow Jones Transportation-Index ist eingebrochen, während der Dow Jones Industrials-Index ein neues Allzeithoch generiert hatte. Unterstützt sicherlich durch die Quartalszahlen von Apple und co. Was heisst das nun aber im Detail?

Dow Jones Transport-Index bricht ein

Die Dow-Theorie auf dem Prüfstand

Alleine aus der Benchmark-Analyse lässt sich erkennen, dass eine Divergenz nicht unbedingt und sofort zwingend mit einem Einbruch im Dow Jones Industrials-Index einher gehen muss. Es ist jedoch nahe liegend, dass dieser zumindest seitwärts tendiert und es kaum mehr auf neue Hochs schaffen sollte. Es ist also bereits seit einiger Zeit Vorsicht angebracht, was neue Hochs im Dow Jones Industrials-Index angeht, wie ich das sehe.

Doch die Divergenz ist jetzt nichts, wovor man sich meiner Meinung nach sofort fürchten sollte, weil nun ein starker Einbruch zu erwarten ist. Sondern bestätigt bis jetzt noch für mich die ohnehin schon schwache Marktphase in den Monaten August und September. Sie wundern sich immer noch, warum die Märkte in den letzten beiden Wochen auf negative News so stark reagieren? Teilweise könnte das daran liegen, dass die Liquidität geringer ausfällt als sonst, es also zu wenige gibt, der den Dip kaufen möchten.

Schauen wir auf die bärische Divergenz im historischen Kontext, dann wird auch hier deutlich: Ab 1972 wurden insgesamt neun solcher Divergenzen beobachtet. Der Dow Jones Industrials-Index lag im Durchschnitt einen Monat später 0,3 % höher. Drei Monate später lag er im Schnitt 1,7 % höher und so weiter, siehe Tabelle unten.

dow jones renditen nach bärischer divergenz

Doch bezogen auf Einzelfälle, also nicht die durchschnittliche Performance, fällt ebenfalls auf, dass diese Divergenz des Öfteren vor Bärenmärkten stattgefunden hat, wie etwa eben in den Jahren 1973-74 oder 1987 und 1999-2001. Das zeigt ebenso, dass es so einfach, wie die Dow-Theorie nahe legt, ganz bestimmt nicht ist und vieles von anderen Rahmenbedingungen abhängt. In den anderen sechs Fällen nämlich, hatte die Divergenz zu keinem nachhaltigen Einbruch geführt, geschweige denn zu einem längerfristigen Bärenmarkt.

Fazit

Mein Fazit ist dabei: Wir sollten nun die Ohren spitzen. Kurzfristig ist gemäß der Dow-Theorie eine Schwächephase, meines Erachtens vorprogrammiert. Doch die Rahmenbedingungen (Unternehmensgewinne, Wirtschaftswachstum, unsichere und damit weniger straffe FED), dürften einen Bärenmarkt derzeit noch nicht befürworten. Was Trump angeht, so halte ich persönlich seinen Einfluß auf den Markt für gar nicht mehr so sehr ausgeprägt. Anleger und Marktteilnehmer werden sich früher oder später, oder haben sich bereits mit ihm und seiner Unfähigkeit Reformen durchzusetzen arrangiert.

Natürlich kann ich mich irren und womöglich unterschätze ich derzeit noch Erwartungen an Trumps fiskalpolitische Maßnahmen. Doch das derzeitige Wirtschaftswachstum, was vor allem auch global vorhanden ist, sollte ja nicht überwiegend Trump geschuldet sein. Was die USA angeht, ist es vor allem der Verdienst von Obama und der FED.

Das bringt mich gleichzeitig zu einem anderen Gedankengang und zu etwas Food for Thought am Morgen: Wäre in diesem Zusammenhang, die Unfähigkeit Trumps seine speziellen Ziele durchzusetzen, wirklich negativ für die Märkte? Bisher haben nur Erwartungen an seine geplanten Maßnahmen eine Rolle gespielt und dabei neben anderen Faktoren die Märkte unterstützt.

Ob diese Maßnahmen allerdings, wenn tatsächlich umgesetzt auch wirklich positive Auswirkungen gehabt hätten, steht in den Sternen. Was wir aber wissen ist,  dass die derzeitige von den FED und Obama angestoßene Politik, sich tatsächlich positiv auf die Wirtschaft bereits ausgewirkt hat. Das ist in meinen Augen eine Situation, die kaum einen nachhaltigen Bärenmarkt befürwortet, selbst wenn Trump immer weniger und weniger hin bekommt, was seine Maßnahmen angeht.

Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg an den Märkten!

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