Könnte der Aktien-Bullenmarkt vorbei sein?

Die Bewährungsprobe für den Aktien-Bullenmarkt?

Liebe Leser,

der Aktien-Bullenmarkt verzeichnete in der vergangenen Woche erstmals ernstzunehmende, negative Bewegungen. Unterstützt wurden diese Bewegungen durch einen um 40 % gestiegenen Volatilitätsindex, sowie dem steigenden Goldpreis. Hinzu kommt, dass einige der Aktienwerte, vor allem diejenigen, die starke Zuwächse in der jüngsten Vergangenheit verzeichnet hatten, trotzt der soliden Ergebnisse per Q2 2017, eine negative Reaktion zeigten.

Einer der gravierenden Gründe für die derzeitige Unsicherheit ist die Nord-Korea Situation, ohne Frage. Das macht auch der Goldpreis deutlich. Doch wie so oft wirkt diese Unsicherheit auf mich wie ein Brandbeschleuniger für etwas, was sich ohnehin bereits abgezeichnet hat und das ist die absolut zu begrüßende, saisonale Marktschwäche. Eine Korrektur ist aus meiner Sicht längst überfällig. Sogar notwendig, um den Aktien-Bullenmarkt weiterhin am Leben zu halten.

Ich für meinen Teil bin daher, auch aufgrund der ökonomisch stabilen Rahmenbedingungen, weiterhin optimistisch für den Aktien-Bullenmarkt, schließe dabei jedoch auch nicht aus, dass sich eine Zuspitzung der Nord-Korea Situation tatsächlich negativ auswirken könnte. Doch ob es dazu kommt oder nicht, kann Ihnen keiner beantworten. Was auf dem Spiel steht ist sicherlich weniger die Frage, ob es zu einem Nuklearschlag kommt, sondern wie lange das Geplänkel andauern wird, bis einer von beiden leise nachgibt und Gras übe die Sache gewachsen ist. Hier ein Statement dazu von Marc Chandler aus seinem Blog marctomarket:

The US strategy was to deny North Korea nuclear capability.  It did not work.  The US sought to deny North Korea the delivery mechanism.  This did not work either.  It is unfortunate, but the human cost of trying to turn by the clock is significant.  As sour as it tastes, the US must accept a fait accompli and go from there,
Some military experts argue that North Korea may not only use its nuclear capability to deter a US (and/or South Korean), but it can be used offensively.  One such scenario imagines North Korea invades South Korea to unite the country and threatens to its nuclear weapons if US forces join the conflict.    Of course one can create all sorts of scenarios, but this one and many like it, seem to misunderstand the role of US forces in South Korea  (23.5k).  They cannot withstand a full fledged assault by North Korea.  Their function is as a tripwire.  Moreover, the US has a large military footprint in Asia, including 39k troops in Japan, and bases in Singapore and Guam.  On top of this, add US naval power, including submarines, and aircraft carriers.
The point is that US forces dominate the escalation ladder at every rung.   Yet the Tet Offensive, nearly 50 years ago, taught that even in defeat, victory was to be found for the North Vietnamese.  Their military defeat was offset by moral and propaganda victories, that some credit with turning the tide in the war.  What has changed now is that 1) North Korea’s capability continues to increase, 2) pressure on other countries, like China, to do more, has yielded limited results, and 3) the Trump Administration sees this as a test of its resolve.
We suspect that at least for the medium term, investors will have to live with a heightened degree of dramatic rhetoric by the US and North Korea.  There are a few dates that may be noteworthy.  First is August 15, when North Korea implied a potential plan to shoot some missiles into the waters off Guam as a display of force.  One of the technical challenges for North Korean missiles is thought to be their accuracy.  The risk of miscalculation is grave if a missile lands in the territorial waters of Guam as that could be seen as an act of war.  The other is the joint US-South Korean exercises that run between August 21 and August 31.   In the past, these exercises included a “decapitation strike” aimed at the political and military leadership.

Investieren in einen Aktien-Bullenmarkt

Der Hauptfaktor im erfolgreichen Investieren ist aber auch nicht das Wissen darum, was Morgen oder Übermorgen zu hundert Prozent geschieht, sondern das Herantasten an die aktuellen Gegebenheiten, das Bilden eines eigenen Bias auf Basis vorhandener ökonomischer und preisbedingter Daten und das Wissen darum, wie man reagiert, wenn die eigens akzeptierten Schwellen unterschritten werden.

Und diese sind bei meinen Werten eben noch nicht gerissen und mein Bias ist derzeit weiterhin positiv. Ich sehe daher aktuell wenig Anlass dazu übermäßig nervös zu werden, nur weil der S&P 500 Index erstmals seit Langem an einem Tag mehr als 1 % nachgibt. Auf die Woche bezogen betrug das Minus jedoch nicht einmal 3 %. Eine Korrektur von 5 % wäre immer noch im normalen Rahmen.

Die ökonomisch stabilen Daten, wie etwa die weiterhin steigenden Unternehmensgewinne und stabile US-Arbeitsmarktdaten, sowie die derzeit geringe Wahrscheinlichkeit einer weiteren FED-Straffung mittels Zinsanhebung, sprechen aus meiner Sicht gegen das Ende des Aktien-Bullenmarktes, auch wenn die Zugewinne ab hier möglicherweise nicht mehr so stark ausfallen werden.

Ich würde sogar vorsichtige Zukäufe auf Einzelwertebene in Betracht ziehen. Das ist mein derzeitiger, durch andere Indikatoren bestätigter Bias und daran ändern auch der aktuelle VIX-Stand sowie der gestiegene Goldpreis nichts. So viel kurz und knapp zu der aktuellen Marktlage. Konzentrieren wir uns weiterhin auf das Wesentliche und blenden das sogenannte Rauschen aus.

Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg an den Märkten!

P.S.: Das Wikifolio Aktienstrategie makrobasiert ist seit Kurzem investierbar. Eine Revision der Bestandteile des Portfolios folgt in Kürze.

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