Apple-Aktie kaufen nach dem Apple-Event?

Würde ich die Apple-Aktie kaufen?

Liebe Leser,

das Apple-Event ist gestern gelaufen und die Apple-Aktie konnte davon zunächst leicht profitieren, gab die Gewinne jedoch nach der Vorstellung des iPhone X komplett wieder ab. Ich kann Ihnen nicht mit Sicherheit sagen, ob das an dem geplanten Lieferdatum liegt, wie es zerohedge behauptet (Apple Stock Slumps After iPhone X Demo, Delivery Date Disappoints), oder einfach nur an der Tatsache, dass alle Vorstellungen ab dem Moment abgefrühstückt waren. Ich tendiere eher zum letzteren. Aber das ist ja auch gar nicht so wichtig.

Wichtiger für mich ist, dass ich an dem Beispiel Apple-Aktie, sehr gut einen Teil meines Investitionsprozesses darstellen kann. Ein Faktor in meinem Investitionsprozess ist die Flexibilität. Das heisst zwar nicht, dass ich keine starren Parameter habe, jedoch behalte ich mir vor, für jeden Wert individuell zu entscheiden, wann der richtige Moment ist einzusteigen oder auszusteigen. Es gibt zum Beispiel Aktien, bei denen ich bewusst einen im Verhältnis zum derzeitigen Trend, tiefen Preis ausnutze.

Es gibt aber auch wiederum Aktien, bei denen es mich nicht interessiert, ob der Kurs weit genug gefallen ist. Ich kaufe sofort, wenn ich von den Daten und vor allem der “Story”  überzeugt bin. Der Rest ist dann nur noch Risk-Management. Was bedeutet das aber nun genau und was ist der Vorteil solch einer Strategie?

Die Bedeutung der Flexibilität im Handel

Zum einen bedeutet es, dass ich Aktien zwar versuche gemäß einer bestimmter Strategie auszuwählen, ich mir jedoch auch bewusst bin, dass mir zu den einzelnen Werten womöglich die eine oder andere Information fehlt, um eine sehr genaue Einschätzung treffen zu können. Habe ich das Gefühl, dass das so ist, dann achte ich bei meinen Einstiegen mehr darauf, dass diese entweder markttechnisch gut getimt sind oder aber gewisse Schwellen überschritten werden, die ich in dem aktuellen Trend für wichtig erachte.

Auf der anderen Seite,  wenn ich das Gefühl habe, dass viele Parameter in eine Richtung weisen, dann kann es schon mal vorkommen, dass für mich ein gut getimter Einstieg, nicht in einem tiefen Preis liegt, sondern tatsächlich in dem gegebenen Zeitpunkt. Viele Trader und Investoren setzen Timing immer wieder gleich mit einem meist nach der Markttechnik definierten tiefen Preis. Doch ich habe sehr oft die Erfahrung gemacht, dass der jetzige Moment selbst, oft darüber entscheiden kann, ob der Einstieg gut getimt war oder nicht. Die Flexibilität hat sich also in dieser Hinsicht für mich oft als Edge erwiesen.

Ich will das jetzt nicht ellenlang ausdiskutieren, denn am Ende ist der Investitionsprozess, egal wie er aufgebaut ist, ein äußerst subjektiver. Meiner womöglich sogar noch subjektiver als der systematische Ansatz eines Traders. Doch auch bei mir steckt eine gewisse Systematik dahinter, nur ist sie eben keine, bei der ich stets starre Preisangaben und Schwellen ums Biegen und Brechen machen muss. Was hat das Ganze nun mit der Apple-Aktie zu tun?

Die Schwelle in der Apple-Aktie

Die Apple-Aktie befindet sich aus meiner Sicht, in einem klaren, langfristigen Aufwärtstrend. Dieser Trend wurde zwischen 2015-2016 korrigiert. Am Tief dieser Korrektur hatte Warren Buffett soweit ich weiß, erstmals in die Apple-Aktie und damit eine Technologie-Aktie investiert und im Laufe der nächsten Monate hatte Buffetts Berkshire Hathaway immer wieder Nachkäufe getätigt. Hier der Chart.

Apple-Aktie Chartanalyse

Ich weiss nicht, wie es für Sie aussieht, gehe ich allerdings rein nach der Markttechnik und berücksichtige dabei den eingezeichneten, langfristigen Trendkanal, dann scheint der derzeitige Preis eher in der unteren Hälfte zu notieren und gar nicht mal so weit weg von den beiden langfristigen Wochendurchschnitten. Das markttechnische Potential nach oben hin scheint, aus meiner persönlichen Sicht, also noch lange nicht ausgeschöpft. Eine Wette auf die Fortsetzung des Trends, wäre daher aus der markttechnischen Perspektive interessant.

Nun ist es aber natürlich auch so, dass vor allem bei mittelfristig orientierten Händlern, wie ich einer bin, immer die Frage im Vordergrund steht, ob die aktuellen fundamentalen Gegebenheiten sowie das Sentiment, ebenfalls für die Fortsetzung des Trends sprechen. Langfristige Investoren müssen sich das nicht immer fragen, denn die Zeit spielt ihnen bei solchen Unternehmen in die Karten.

Denn wie wahrscheinlich ist es, dass Apple morgen pleite geht? Ein Einbruch, der über eine Korrektur hinausgeht, kann sich daher eigentlich nur im Rahmen von Rezessionserwartungen ereignen. Doch das ist ein anderes Thema und eine Sache der Einschätzung der allgemeinen und ökonomischen Marktlage.

Leichte Unsicherheit hat Einfluß auf Flexibilität

Was die fundamentale Entwicklung des Unternehmens angeht, kann man derzeit zwar behaupten, dass die Daten im Vergleich zur Historie zu wünschen übrig lassen, Apple aber immer noch so viel Value besitzt, dass das Anleger-Sentiment weiterhin auf Trab gehalten werden kann. Das Sentiment ist jedoch derzeit, aus meiner Sicht, etwas unsicher und das konnte man am Kursverhalten gestern erkennen. Diese Unsicherheit hat auch Einfluß auf meine Entscheidung und die Flexibilität.

Vor allem die Reaktion auf die Vorstellung der neuen iPhone Modelle, ist in der Regel nicht bekannt. Und ich nehme mir auch nicht heraus, zu behaupten ich wüsste, wie die Reaktion ausfallen wird. Das ist auch genau das, was ich weiter oben meinte, als ich sagte, dass ich mir dessen bewusst sein muss, wann mir gewisse Informationen fehlen.

Ich fasse also kurz zusammen: Ich sehe in der Apple-Aktie Potential für die Fortsetzung des technischen und langfristigen Trends, es herrschen allerdings gewisse Unsicherheiten bezüglich der weiteren fundamentalen Entwicklung vor, die aber gleichzeitig das kurz- bis mittelfristige Sentiment ebenso negativ beeinflußen. Und da eben diese Unsicherheiten bestehen, muss ich gemäß meiner Strategie Schwellen setzen.

Ich würde also in den Wert nur dann einsteigen, wenn eine gewisse Schwelle überschritten wird. In der Apple-Aktie hatte ich mir die Schwelle bei 165 US-Dollar je Aktie gesetzt, in Euro läge diese in etwa bei 140. Sie sehen, es interessiert mich speziell in diesem Fall nicht, ob der Kurs sehr weit gefallen ist. Es interessiert mich nur, ob der Kurs mir ein positiv eingestelltes Sentiment bestätigt oder nicht. Gleichzeitig vermeide ich damit zu früh in das Apple-Event oder die Keynotes rein zuhandeln. Wird diese Schwelle nicht erreicht, steige ich nicht ein.

Apple-Aktie Trading

Fazit für Apple-Aktie

Wie bereits gesagt, ich kann Ihnen nicht beantworten aus welchen Gründen genau, die Apple-Aktie gestern im Anschluss an die iPhone X Vorstellung eingebrochen. Fakt ist, dass das Sentiment leicht verunsichert reagiert hat und genau das wollte ich im Falle eines Kaufs der Apple-Aktie berücksichtigen. Und das tat ich, indem ich mir eine Schwelle gesetzt hatte. Wäre ich mir sicherer gewesen, hätte ich ohne die Schwellen einfach gekauft, das war ich aber nun mal nicht. Und ob ich mit meiner generellen Einschätzung für die Fortsetzung des Trends richtig gelegen habe oder nicht, ist aus meiner Sicht, in diesem Fall eher zweitrangig gewesen.

In meinem Fall ist der Börsenhandel also flexibel und ob ich nun mehr die Markttechnik betrachte, Fundamentaldaten oder einfach nur das Sentiment und die damit einhergehenden Erwartungen an einen generellen Wachstumstrend innerhalb einer Branche oder Region. All diese Parameter müssen bei mir abgewogen werden, bevor ich eine Entscheidung treffe. Es kann in manchen Fällen ganz einfach sein und in anderen Fällen wiederum etwas komplexer. Das gilt auch für das Risk-Management. Einige Werte erfordern strikte Stopp-Loss Schwellen, andere wiederum lassen sich durch Diversifikation gut im Risiko abfedern.

Flexibilität gehört für mich dazu, vor allem weil sie mir auf der einen Seite die Geduld gibt, wenn es sein muss auf den richtigen Moment zu warten aber auch die Möglichkeit dazu gibt sofort zu handeln. Es ist klar, dass im erfolgreichen Börsenhandel Fingerspitzengefühl gefragt ist, weshalb man es fortwährend auch trainieren sollte. Natürlich, ich höre jetzt einige seufzen, nach dem Motto: “Oh Gott er handelt nach Gefühl”. Naja das folgende Beispiel macht hoffentlich mehr als deutlich, dass ein Dr-Titel und die Fähigkeit Fundamental- Daten auszuwerten, aus einem noch lange keinen guten Investor machen müssen.

A Stock ‘Permabear’ Won’t Give In

Viel Erfolg!

Chartanalyse des Tages Thyssen Krupp

Chartanalyse des Tages: Thyssen Krupp

Liebe Leser,

es wird wieder Zeit für die Chartanalyse des Tages. Da ich neben meinen eigenen Trading-Aktivitäten auch als Online-Redakteur in dem Bereich Aktien- und Marktanalysen tätig bin, fallen mir von Zeit zu Zeit immer mal wieder interessante technische Setups ins Auge. Daher kam mir auch kürzlich die Idee mit der neuen Kategorie hier im Blog.

Die technische Analyse kann, meiner Meinung nach, ein mächtiges Werkzeug sein, sofern man sie mit Bedacht benutzt. Meiner Erfahrung nach und ausgerichtet auf meine eigenen Strategien, ist es jedoch immer sinnvoll zu hinterfragen, wann die Markttechnik gute Signale liefern kann und wann eben nicht.

In der Regel hängt das vom aktuellen Marktzustand in dem das Unternehmen operiert ab und welche Entwicklungen gerade geschäftsmäßig durchgemacht werden. Insofern sollten Sie die hier vorgestellten Setups als Ideen wahrnehmen, jedoch auch gleichzeitig versuchen, diese durch weitere Informationen zu untermauern.

Diese Arbeit kann ich aber für Sie hier nicht übernehmen, denn dann wäre ich Vollzeit nur mit dem Blog beschäftigt. Da ich aber keine Lust darauf habe meine Webseite mit Werbung für Broker voll zu knallen, wird es hier nur vereinzelt tiefergehende Analysen geben. So ist das eben. Guter Börsen- und Finanzcontent kostet nun mal Zeit und damit auch Geld. Ok, genug der Aufregung am sonnigen Morgen.

Chartanalyse des Tages Thyssen Krupp

 

Chartanalyse Thyssen Krupp

Der obere Chart auf Wochenkerzenbasis, zeigt die Kursentwicklung der “Thyssen Krupp” Aktie. Die Aktie ist in dieser Woche besonders gefragt, da sich die Gespräche mit Tata Steel wohl so langsam intensivieren, was die Fusion der Stahlsparte angeht. Sollten diese jedoch in keiner Fusion münden, überlegt man die Sparte an die Börse zu bringen.

“Thyssen Krupp Stahlsparte”

Aus der rein markttechnischen Perspektive fiel mir der Ausbruch aus dem zulaufenden Dreieck auf, sowie das kürzliche Überwinden des 2015er Hochs. Der nächste technische Widerstand liegt bei 27 Euro je Aktie. Kann dieser überwunden werden, bestünde möglicherweise technisches Potential bis in den Bereich 33-35 Euro je Aktie.

Viel Erfolg!

Saisoa

Chartanalyse des Tages – Kupfer!

Liebe Leser,

mit diesem Beitrag eröffne ich eine neue Kategorie: Chartanalyse des Tages. Beiträge aus dieser Kategorie werden regelmäßig erscheinen und interessante technische Setups, vorwiegend aber nicht nur, aus dem Bereich Aktien vorstellen.

Anders als in der Kategorie “Charttechnische Signale”liegt der Fokus hier tatsächlich überwiegend auf der Charttechnik . Fundamentale Gegebenheiten werden, wenn überhaupt nur am Rande betrachtet.

Um einigermaßen der Zuverlässigkeit des technischen Setups Sorge zu tragen, finden nur technische Analysen auf Wochenkerzenbasis statt.

Tipp: Nach meinen eigenen Regeln, gilt ein technischer Ausbruch immer erst dann als bestätigt, sofern der Kurs auf Wochenkerzenbasis über/unter einem relevanten Widerstand-/Unterstützungsbereich schließt.

Besondere Beachtung finden bei mir technische Muster sowie der 100- und der 200-Wochendurchschnitt.

Des Weiteren kann es vorkommen, dass die technische Analyse auf Basis von adjustierten Kursen stattfindet. In diesem Fall sollten Sie einen Vergleich zwischen Ihren und meinen Kursen anstellen und von sich aus entscheiden, welche Sie favorisieren wollen.

Chartanalyse des Tages Kupfer mit Ausbruch

Den Anfang für die Chartanalyse des Tages macht bei mir jedoch keine Aktie, sondern der Kupferpreis. Aktien, die vom Kupferpreis abhängen wären “Rio Tinto”, “BHP Billiton”, “Freeport McMoran” und andere.

Wie der untere Chart deutlich macht, konnte Kupfer auf Basis von Wochenkerzen, in der vergangenen Woche aus der Konsolidierungsformation in Form der bullischen Flagge ausbrechen und auf Wochenbasis darüber schließen. Auch der 200-Wochendurchschnitt (gelb) konnte überwunden werden.

Nebeninfo: Der Ausbruch wurde durch Aussagen chinesischer Politiker zur chinesischen Wirtschaft in der vergangenen Woche unterstützt. Auch der Eisenerz-Preis konnte sich erholen.

So will Herr Li Chinas Wirtschaft retten”

Längerfristig betrachtet jedoch gehen die Aussichten für beide Metallpreise auseinander. Für Kupfer rechnen die Produzenten mit einem baldigen Angebotsdefizit, während man bei Eisenerz weiterhin von fallenden Preisen ausgeht.

Kupfer Chartanalyse des Tages