Darum wird der Bitcoin überschätzt!

Liebe Leser,

der Bitcoin ist nicht tot zu kriegen. Gründe dafür warum viele, selbst institutionelle Investoren immer mehr vom Potential des Bitcoin überzeugt sind, gibt es anscheinend genug. Diese reichen von einer digitalen Ersatzwährung, bis hin zum Status des digitalen Goldes. Es scheint so, als hätten Bitcoin-Fans immer ein Argument parat. Natürlich wird das Ganze vom starken Anstieg des Bitcoin-Kurses unterstützt und je länger der Anstieg andauert, umso mehr sieht es danach aus, als würden all diese Argumente bestätigt.

Doch die Berichterstattung seitens der Bitcoin-Befürworter ist oft zu einseitig. Es werden meist nur Vorteile hervorgehoben und Nachteile als weniger wichtig präsentiert, da die Technologie noch am Anfang steht. Aber gerade diese Gegenüberstellung ist bei neuen Entwicklungen wichtig. Denn was oft vergessen wird ist die Tatsache, dass hinter unserem bereits bestehenden Währungssystem ebenfalls technologische Entwicklungen stehen. Der Bitcoin konkurriert jedoch nicht nur auf Basis der Technologie mit unserem Währungssystem, sondern stellt auch das Währungssystem an sich infrage.

Anleger und Investoren sollten dabei folgendes nicht unberücksichtigt lassen. Der Bitcoin wird größtenteils von privaten Investoren als eine technologische Errungenschaft angesehen. In der Wirtschaft konnte der Bitcoin sein Potential und damit das Vertrauen seitens der Manager nicht gewinnen. Und dafür gibt es einen guten Grund. Nämlich, dass unser Fiatgeldsystem eine äußerst effektive und vor allem vertrauenswürdige Art ist Geschäfte zu betreiben.

Vertrauenswürdig? Unser Währungssystem? Niemals? Genau diese Voreingenommenheit, die so gut wie immer aus Unverständnis resultiert, machen sich Bitcoin-Anhänger zu nutze. Das Erstaunliche dabei ist, dass das System hinter dem Bitcoin ebenso wenig verstanden wird. Dennoch, etwas, dass sich der Kontrolle des Staates entzieht, muss ja besser sein. Dabei wird oft vergessen, dass es im Grunde genommen gar nicht um Kontrolle geht, sondern Vertrauen. Vertrauen daran, dass der Staat auf gewisse Weise ein geringes Risiko garantiert, wenn man Geschäfte betreibt.

Bei meiner Recherche bin ich vor einiger Zeit auf eine Präsentation gestoßen, die die andere Seite betrachtet. Nämlich unser bereits bestehendes, vom Staat kontrolliertes Geldsystem, auch Fiatgeldsystem genannt. Der Autor ist ein durchaus bekannter Programmierer und Ökonom. Da ich denke, dass hier sehr viele Dinge sehr gut dargestellt werden, nehme ich mir die Freiheit und übersetze es frei für Sie, mit teilweise einigen eigenen Überlegungen.

“Fiat is effective”

Fiatgeld ist sehr effektiv…auch wenn es nicht unbedingt ethisch ist

Während der Finanzkrise wies das fiatbasierte Geld nicht weniger, sondern mehr Wert auf. Das Problem der Geldpolitiker war nämlich nicht die Inflation, sondern Deflation. Die gängigen Annahmen, die gegenüber dem Fiatgeld getroffen werden sind:

  • Es ist schwach.
  • Regierungen haben einen Anreiz das Geld zu entwerten.
  • Es ist instabil.
  • Es ist zum Scheitern verurteilt.

Manchmal sind diese Annahmen wahr, aber: Fiatgeld wird von den Ländern herausgegeben. Jedes Land ist anders. Die pauschalen Annahmen oben sind daher so gut wie nie wahr, wenn:

  • Diese Länder wirtschaftlich stabil sind und in der Lage das Volk zu besteuern.
  • Das Bankensystem des jeweiligen Landes in der Lage ist Anreize zur effektiven Kreditaufnahme zu schaffen.
  • Die Ökonomie des Landes diversifiziert ist (Export/Import).
  • Die Verschuldung größtenteils in der Landeswährung erfolgt.

Der Autor ist davon überzeugt, dass zumindest jetzt noch keine der Kryptowährungen in der Lage ist, die Effektivität des Fiatgeldes zu ersetzen. Sicher gibt es Ansätze wie etwa den “Stablecoin”. Doch der wird an eine echte Währung gekoppelt, insofern liegt hier keine wirkliche Konkurrenz vor. Eine Währung sollte durch einen Wert gedeckt sein, im Falle des Fiatgeldes ist es die Ökonomie des Landes.

Die existierenden Fiatgeldsysteme sind vom ethischen Standpunkt aus zu kritisieren. Denn sie bevorteilen einige Völkergruppen und schaden anderen. Konkurrenzfähig wäre eine Kryptowährung daher durchaus aus der ethischen Sicht. Aktuell kann man das aber keineswegs behaupten, denn mit all den ICOs und den Geschäften auf dem Schwarzmarkt ist man noch meilenweit vom Status einer ethischen Währung entfernt.

Was ist Geld?

  1. Tauschmittel
  2. Wertaufbewahrung
  3. Rechnungseinheit

Der Tausch findet so gut wie kaum mehr auf Basis von Bargeld statt. Annahmen, die über unser Geld getroffen werden, basieren dennoch in der Regel immer noch auf der Tauscheigenschaft mittels Bargeld, obwohl wir in der Realität längst digital bezahlen. Im Vordergrund steht daher nicht mehr nur die Tauscheigenschaft, sondern die Art der Abrechnung im Rahmen der Tauschaktion.

Du bezahlst die Miete mittels einer Transaktion, während die Leistung über den ganzen Monat bezogen wird. Du zahlst den Anwalt mittels Honorar je Stundensatz. Du verhandelst über einen Vertrag bei dem ein Teil der Finanzierung noch vor der Leistung erbracht wird und der Rest bei Erreichen von Meilensteinen. Bei nicht synchronen Tauschaktionen (synchron: Zahlung und Leistung werden gleichzeitig erbracht) bestehen Risiken für beiden Parteien.

  • Wird der Vertragspartner zahlen/liefern?
  • Bewertungsrisiko- Ist die Leistung bzw. die Währung immer noch so viel wert wie zu Beginn der Vereinbarung?

Währungssysteme, die nicht in der Lage sind die beiden Risiken abzumildern, dürften dafür sorgen, dass Geschäftsabschlüsse und damit die ökonomische Aktivität in einem Land begrenzt bleiben. Selbst wenn es die Möglichkeit gibt synchrone Tauschaktionen durchzuführen, häufen sich mit der Zeit Verpflichtungen, die mit nicht synchronen Tauschaktionen verbunden sind.

  • Wir planen unseren zukünftigen Bedarf für Essen, Wasser, Unterkunft usw.
  • Geschäftssubjekte planen ihre zukünftigen Einnahmen und Ausgaben, Umsätze usw.

Dafür benötigen wir eine Rechnungseinheit, die in der Lage ist diese von Unsicherheit betroffene Kalkulation anzustellen. Darüber hinaus wollen wir, dass diese Rechnungseinheit bis zum Abschluss des Tausches so wenig wie möglich an Wert verliert. In gewisser Weise wollen wir ein System, das uns ermöglicht diese Risiken zu hedgen, denn wir wissen, dass Preise für Güter und Leistungen über einen gewissen Zeitraum Fluktautionen ausgesetzt sind.

Gelder mit denen man nicht in der Lage ist solche Kalkulationen annähernd real anzustellen, werden ebenso gemieden werden und die ökonomische Aktivität begrenzen. Die Rechnungseinheit, die wir am Ende wählen, wird die Basis unserer Werte darstellen. Werte sind allerdings nicht nur, die wir besitzen, sondern auch, die wir schulden.

Wir wollen, dass diese Schulden nicht alleine dadurch mehr werden nur weil die Einheit nicht stabil ist. Wir wünschen uns nicht, dass diese Einheit im Laufe der Zeit durch übermäßige Inflation abwertet. Aber wir wünschen uns auch nicht, dass diese Einheit unerwartet aufwertet, da das unsere Verschuldung erhöhen würde.

Die Rechnungseinheit ist eine weitaus wichtigere Eigenschaft des Geldes als die Tauscheigenschaft. In einigen Ländern werden beispielsweise Verträge in ausländischer Währung ausgehandelt, während die Bezahlung in heimischer Währung erfolgt. Die Wertaufbewahrung folgt in der Regel der Rechnungseinheit. Wenn die Bezahlung in heimischer Währung erfolgt, sind Menschen gewillt diese wieder umzutauschen, um das Abwertungsrisiko zu verringern.

Das Fiatgeld sichert Preisstabilität

Der Verbraucherpreisindex misst die Kosten eines typischen Haushaltes. Er ist nicht perfekt, denn einen typischen Haushalt gibt es in der Regel nicht. Doch genauere Maßeinheiten haben wir leider nicht und viele statistische Auswertung haben gezeigt, dass der Verbraucherpreisindex die Realität annähernd korrekt wiederspiegelt. Die folgende Grafik vergleicht den US-Verbraucherpreisindex in US-Dollar und in Bitcoin seit 2014.

Sie zeigt wie stabil sich die Kosten in Form des VPIs in US-Dollar ausgedrückt über den Zeitraum gehalten haben. Während die Kosten in Bitcoin einem Glücksspiel geglichen haben. Damit bleibt die Kostenkalkulation in US-Dollar zumindest planbar. Bitcoin-Anhänger wenden jedoch ein, dass alleine die Akzeptanz zu mehr Stabilität verhelfen würde. Das zeigt, wie wenig Verständnis dafür vorhanden ist, wie Preisstabilität überhaupt erreicht wird.

Aus der Historie ist bekannt, dass Preisfluktuationen trotz Akzeptanz zugegen waren. Erst der Einfluss der Geldpolitik sorgte dafür, dass die notwendige Stabilität gegeben war. Und zwar über das Steuern des Nachfrage-Angebot-Verhältnisses des Geldes und durch Anreize (Forward Guidance). Hierfür bedient man sich sodann den allseits bekannten aber oft nicht verstandenen geldpolitischen Maßnahmen.

Um diese Steuerung zu gewährleisten, ist eine kontinuierliche Beobachtung der aktuellen Gegebenheiten vonnöten. Die Stabilität, die für uns oft als selbstverständlich erscheint, basiert auf äußerst durchdachten Zusammenhängen und hängt von vielen Faktoren ab, für die jeweils unterschiedliche Steuerungsinstrumente Anwendung finden. Aus der Perspektive der Preisstabilität, ist die Konzeption einer Kryptowährung im Vergleich zum bestehenden System alles andere als fortschrittlich.

Sicher sind jedoch auch kritische Einwände gegenüber dem Fiatgeldssystem nicht unberechtigt. Die meisten zielen auf die vielen Instrumente zur Steuerung der Preisstabilität ab, denn je nachdem welche gewählt werden, entstehen dadurch für manche Gruppen Vorteile und für andere Nachteile. Länder, die auf eine langjährige Historie der Preisstabilität zurück blicken können, haben es einfacher das Vertrauen von Wirtschaftssubjekten zu gewinnen und werden daher gegenüber anderen bevorteilt.

Reversibilität fördert vernünftiges Handeln

Ein weiterer Vorteil des Fiatgeldes ist die Reversibilität. Dieser Vorteil ergibt sich direkt aus dem Bankensystem und bezieht sich auf die Bezahlung, die rückgängig gemacht werden kann. Damit wird das Partnerrisiko verringert. So können beispielsweise Zahlungen oft wieder rückgängig gemacht werden, sofern die Leistung nicht oder nicht wie gewünscht erbracht worden ist. Diese Reversibilität erfordert keine Rechtsstreitigkeiten und sichert damit einen Anreiz für vertrauenswürdige Geschäftspartnerschaften.

Kritisch wird in diesem Zusammenhang oft vorgetragen, dass Banken als Intermediäre/Treuhänder im Transaktionsprozess auftreten und damit ein Interessenskonflikt besteht. Das ist nicht unwahr, doch das System funktioniert gut genug, um Geschäfte abzuschließen, die ohne dieses Vertrauen überhaupt nicht zustande gekommen wären.

Die Reversibilität wäre auch bei Kryptowährungen vorstellbar, doch die meisten Lösungsvorschläge basieren eben auf einem Intermediär, der die Transaktion bewerkstelligt. Ein Intermediär ist immer mit höheren Kosten verbunden. Doch wer soll die tragen, da wo das Blockchain-System gar nicht dafür gedacht ist, Zwischeninstanzen zu zu lassen? Geschweige denn Zwischeninstanzen, die Geld kosten sollen? Oft wird daher die nicht vorhandene Reversibilität als Vorteil von Kryptowährungen dargestellt, wobei es genau genommen aber eher ein Bug ist.

Dass es sich um einen Vorteil handelt, mag auf gewisse Nischenbereiche zu treffen. Vor allem wenn es um Bereiche geht, in denen Transaktionen sich der staatlichen Kontrolle entziehen sollen. In der Regel sind das jedoch illegale Geschäfte. Der Großteil der getätigten wirtschaftlichen Geschäfte ist in den weiter entwickelten Ländern nicht illegal. Es gibt für das Funktionieren von diesen Geschäftstätigkeiten daher auch keinen Grund sich der staatlichen Kontrolle entziehen zu wollen.

Die Reversibilität ist ein enormer Vorteil von Fiat-Währungssystemen. Sie kostet den Käufer kaum etwas und wenn, dann oft nur hypothetisch. Für den Verkäufer können dadurch zwar Kosten entstehen, doch diese werden mit einem höheren Vertrauen seitens des Käufers belohnt. Der Einwand könnte natürlich der sein, dass sich mehr geschäftsähnliche und vor allem vertrauenswürdige Nischen bilden würden, sofern man Transaktionen ohne die Zensur des Kontrollorgans im großen Maße akzeptiert.

Diese müssten dann jedoch so vertrauenswürdig sein, dass die Reversibilität in Bezug auf das Partnerrisiko uninteressant wird. Das ist jedoch genauso unrealistisch, wie die Behauptung vieler Bitcoin-Fans, der Wohlstand würde mit einem regulierten Bankensystem negativ korrelieren. Viele Studien zeigen genau das Gegenteil. Da wo ein reguliertes Bankensystem existiert, floriert in der Regel auch die Wirtschaft und damit auch der Wohlstand.

Es kommt darauf an wie man spart

Papiergeld bricht irgendwann wertlos zusammen. Der Wert des Goldes überdauert. Jede Fiatwährung wird irgendwann kollabieren, weil jeder Staat irgendwann kollabiert. Genauso könnte man auch sagen: Der Mensch stirbt irgendwann, der Stein überdauert. Entscheidend ist also oft der eigene Lebenshorizont und nicht die mögliche “Lebensdauer” der von uns betrachteten Werte. Für unsere Lebensdauer hingegen scheint das Fiat-Währungssystem von Vorteil zu sein und das nicht ohne gute Gründe.

Die Fiatwährung ist in der Regel durch die ökonomische Stärke des jeweiligen Landes gedeckt und ein Kollaps der Wirtschaft ist nicht auszuschließen. In diesem Fall dürfte die Währung relativ zu anderen ohne Frage entwerten. Doch die Währung wertet auch ohne einen Kollaps ab. Schauen wir uns die Kaufkraft des US-Dollars seit 1913 an. Der folgende Chart (100/CPI) macht deutlich: Die Kaufkraft des US-Dollars hat in dem langen Zeitraum um 96 % nachgegeben.

Wenn du oder deine Oma also in diesem Zeitraum Geld unter der Matratze versteckt hättet, dann ist dieses Geld heute 96 % weniger wert als in 1913. Anzumerken dabei ist, dass die stärkste Phase der Geldentwertung inbesondere in der Zeit stattgefunden hat, in der der Goldstandard existierte. Und die geringste Abwertung zu Zeiten der grossen Depression statt fand. Wie der folgende Chart ebenfalls deutlich macht, dürfte sich die Kaufkraft des Geldes, sofern investiert in kurzfristige US-Anleihen, über den gleichen Zeitraum fast verdoppelt haben.

Stimmen, die behaupten das Fiatgeldsystem würde Sparer benachteiligen, missverstehen das gesamte System. Es kommt darauf an, wie man spart. Wenn man das Geld wie im oberen Beispiel dargestellt als Cash (unter der Matratze versteckt) hält, würde es seinen Wert verlieren. Im Falle eines Investments in risikolose Anleihen, die vom Risiko in etwa dem Cash-Halten gleichen, würde die Kaufkraft des investierten Geldes im Zeitraum zwischen 1925-2006 um 70 % steigen.

Fazit

Fiatgeldsysteme sind äußerst effektiv. Man kann sie mögen oder hassen, doch der Wohlstand wird derzeit in Fiatgeld gemessen. Über viele Jahrhunderte hinweg hat sich der ökonomische Wohlstand und die militärische Macht nachweislich in Länder verlagert, die statische Einschränkungen des Währungssystem immer mehr aufgehoben haben und das Vertrauen für die Kreditaufnahme in eigener Währung durch Deckung des Staates gefestigt hatten.

Die Preisstabilität wird nicht statisch, sondern dynamisch erreicht. Das ist schließlich der Grund, warum Zentralbanken oft dynamische Zielwerte für Preisschwankungen festlegen. Das wesentliche Merkmal der Preisstabilität ist ein über einen gewissen Zeitraum voraussehendes Preisniveau.

Fiatwährungen sind zum einen gedeckt durch die Arbeitskraft und den Assets aller Menschen, die ihren Verpflichtung durch die Bezahlung mittels Fiatgeld nachgehen. Zum anderen durch die Macht des Staates diese Verpflichtungen in Form des Steuersystems zu gestalten. Und zu guter Letzt durch das Bankensystem, dass Anreize dafür schafft diese Verpflichtungen zu akzeptieren.

Fiatgeld wird nicht wie oft fälschlicherweise behauptet aus der Luft erschaffen. Vergleichbar mit der Kreditkartenzahlung. Wenn du mit der Kreditkarte zahlst, dann entsteht für den Moment zusätzliches Geld im Umlauf. Doch dieses Geld muss tatsächlich vorhanden sein, ansonsten besteht für dich das Risiko das Vertrauen zu verlieren. Du bist am Ende schlicht und ergreifend kreditunwürdig.

Dasselbe gilt auch für Staaten und Zentralbanken im globalen Währungssystem. Währungen kollabieren in der Regel infolge undisziplinierter Vorgehensweise von Staaten/Politikern. Die Währung zeigt das weltweite Vertrauen gegenüber einem Land an, weshalb alleine hier ein Anreiz bestehen sollte vernünftig zu handeln.

Das tatsächliche Problem des Fiatgeldsystems ist weniger die von Bitcoin-Anhängern verbreitete Annahme, es wäre den Kryptowährungen technologisch unterlegen. Nein, es ist viel mehr überlegen, sowohl technologisch als auch ökonomisch. So sehr überlegen, dass sich daraus ein enormer Vorteil für diejenigen ergibt, die in der Lage sind solch ein System am besten zu managen.

Viel Erfolg!

saisonale charts

Saisonale Charts November 2017

Liebe Leser,

es ist in den letzten zwei Monaten etwas ruhig geworden hier im Blog. Da ich einige anderweitige Projekte gestartet habe, wird es weiterhin etwas ruhiger zugehen. Dennoch sehe ich nicht vor das Schreiben komplett einzustellen. Schauen wir auf die saisonalen Charts November. Im Oktober haben Aktienmärkte positiv abgeschlossen. Der Oktober ist jedoch seiner Volatilität treu geblieben. Diese fiel zwar im historischen Vergleich niedriger aus als sonst. Im Vergleich zu den vorhergehenden Monaten aber doch etwas höher.

S&P500 Saisonale Charts November

Der S&P500 Index hat im Zeitraum zwischen 1950 und heute im Monat November eine Durchschnittsrendite von +1,54 % erzielt. In 68 % aller Fälle schloss der S&P500 Index im Oktober positiv ab.

Schauen wir auf die täglichen durchschnittlichen Renditen, dann wird erkennbar, dass der Index insgesamt im positiven Bereich notierte. Die höchste durchschnittliche Rendite lag bei +2,48 %, die niedrigste bei +0,15 %.

DAX Saisonale Charts November

Der DAX Index hat in einem Zeitraum zwischen 1960 und heute im Monat November im Schnitt eine Rendite von +1,33 % erzielt. In 66 % aller Fälle performte der Index positiv.

Schauen wir auf die täglichen durchschnittlichen Renditen, dann wird erkennbar, dass der Index fast den gesamten Monat lang im positiven Bereich notierte. Die höchste durchschnittliche tägliche Rendite lag bei +1,83 %, die niedrigste lag bei -0,14 %.

Nikkei Saisonale Charts November

Der Nikkei Index hat in einem Zeitraum zwischen 1950 und heute im Monat November eine durchschnittliche Rendite von +1,24 % erzielt.  In 55 % aller Fälle performte der Nikkei Index im November positiv.

Schauen wir auf die täglichen durchschnittlichen Renditen, dann wird erkennbar, dass der Index insbesondere ab dem 13. Nov. eine Aufwärtstendenz aufwies. Die höchste durchschnittliche tägliche Rendite lag bei +1,69 %, die niedrigste lag bei -0,12 %.

Öl Saisonale Charts November

Der Preis für die nordamerikanische Rohölsorte WTI entwickelte sich seit 1982 im Monat November im Schnitt negativ. Es war der schwächste Monat des Jahres. Die durchschnittlich erzielte Rendite betrug -2,98 %. In 34 % aller Fälle schloss der Preis im November positiv ab.

Schauen wir auf die täglichen durchschnittlichen Renditen, dann wird erkennbar, dass der Ölpreis den gesamten Monat lang eine Abwärtstendenz aufwies. Die höchste durchschnittliche Tagesrendite lag bei -0,07 %, die niedrigste wurde mit -4,25 % erzielt.

Gold Saisonale Charts November

Der Goldpreis tendierte seit 1968 im Monat November mit einer durchschnittlichen Rendite von +1,35 % positiv. In 61 % aller Fälle schloss der Goldpreis den Monat November positiv ab.

Schauen wir auf die täglichen durchschnittlichen Renditen, dann wird erkennbar, dass sich die stabilste Phase in der zweiten Monatshälfte ereignet hatte. Die höchste durchschnittliche Tagesrendite lag bei +2,05 %, die niedrigste wurde am mit -0,26 % erzielt.

Fazit für den Monat November

Im Monat Oktober hat vor allem der Ölpreis entgegen der Saisonalität performt. Auch den Monat November hat der Ölpreis äußert stabil gestartet. Grund dafür sind Erwartungen an weitere Verlängerungen der OPEC-Kürzungen, politische Konflikte in Saudi-Arabien sowie erstmals seit Langem niedrigere Oil Rig Counts in den USA. Der November ist historisch betrachtet allerdings der schwächste Monat für den Ölpreis. Möglicherweise ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich die Saiosonalität durchschlägt und wenn sie das tut, dann bietet der Monat November dafür eine erhöhte Wahrscheinlichkeit.

Viel Erfolg!

saisonale charts oktober

Saisonale Charts Oktober 2017

Liebe Leser,

im September performten die Indizes S&P500, DAX, Nikkei sowie die Preise für Öl und Gold folgendermaßen (in Klammern die Durchschnittswerte aus dem Beitrag „Saisonale Charts September 2017„):

  • S&P500: +1,71 % (-0,51 %)
  • DAX: +6,04 % (-1,86 %)
  • Nikkei: +3,41 % (-0,55 %)
  • Öl (WTI): +8,85 % (+1,69 %)
  • Gold: -3,40 % (+1,57 %)

Wie oben ersichtlich schlossen so gut wie alle Märkte entgegen der Saisonalität ab. Der größte Anteil der Stabilität ereignete sich allerdings in den letzten anderthalb Wochen und wurde maßgeblich durch das FOMC-Meeting und die geplante Trump-Steuerreform begünstigt. Bis zu diesem Zeitfenster liefen die Märkte nahe dem saisonalen Muster.

S&P500 Saisonale Charts Oktober

S&P500 Index Rendite Oktober

Der S&P500 Index hat im Zeitraum zwischen 1950 und heute im Monat Oktober eine Durchschnittsrendite von +0,89 % erzielt. Damit ist der Monat der viertschwächste in einem Jahr gewesen. In 63,64 % aller Fälle schloss der S&P500 Index im Oktober positiv ab.

S&P500 Index Rendite im Oktober

Schauen wir auf die täglichen durchschnittlichen Renditen, dann wird erkennbar, dass der Monat Oktober zwar insgesamt im positiven Bereich notierte, allerdings unter sehr volatilen Umständen. Die höchste durchschnittliche Rendite lag bei +1,31 %, die niedrigste bei +0,14 %.

DAX Saisonale Charts Oktober

DAX Rendite im Oktober

Der DAX Index hat in einem Zeitraum zwischen 1960 und heute im Monat Oktober, im Schnitt eine Rendite von +0,94 % erzielt. Damit ist der Oktober der viertschwächste Monat in einem Jahr gewesen. In 59,65 % aller Fälle performte der Index positiv.

DAX Oktober Rendite

Schauen wir auf die täglichen durchschnittlichen Renditen, dann wird erkennbar, dass der Index über den gesamten Monat hinweg eine Aufwärtstendenz verzeichnet hatte. Aber wie auch im Falle des S&P 500 Index durch erhöhte Volatilität begleitet. Die höchste durchschnittliche tägliche Rendite lag bei +1,68 %, die niedrigste lag bei +0,39 %.

Nikkei Saisonale Charts Oktober

Nikkei Index Renditen

Der Nikkei Index hat in einem Zeitraum zwischen 1950 und heute im Monat Oktober eine durchschnittliche Rendite von +0,32 % erzielt. Damit war der Monat der fünftschwächste in einem Jahr gewesen. In 53,74 % aller Fälle performte der Nikkei Index im Oktober positiv.

Nikkei Index saisonaler Chart

Schauen wir auf die täglichen durchschnittlichen Renditen, dann wird kein deutlicher Trend erkennbar. Die höchste durchschnittliche tägliche Rendite lag bei +0,51 %, die niedrigste lag bei -0,60 %.

Öl Saisonale Charts Oktober

 

Ölpreis Renditen Oktober

Der Preis für die nordamerikanische Rohölsorte WTI entwickelte sich seit 1982 im Monat Oktober, im Schnitt negativ. Damit war der Monat Oktober der zweitschwächste Monat in einem Jahr gewesen. Die durchschnittlich erzielte Rendite betrug -2,20 %. In 42,58 % aller Fälle schloss der Preis im Oktober positiv ab

Öl Renditen im Oktober

Schauen wir auf die täglichen durchschnittlichen Renditen, dann wird erkennbar, dass der Ölpreis besonders ab der zweiten Monatshälfte nach unten tendierte. Die höchste durchschnittliche Tagesrendite lag bei +0,05 %, die niedrigste wurde mit -3,22 % erzielt.

Gold Saisonale Charts Oktober

Gold Performance im Oktober

Der Goldpreis tendierte seit 1968 im Monat Oktober mit einer durchschnittlichen Rendite von -0,35 % negativ. Damit war der Monat Oktober der schwächste Monat in einem Jahr. In 47 % aller Fälle schloss der Goldpreis den Monat Oktober positiv ab.

Gold saisonale Entwicklung im Oktober

Schauen wir auf die täglichen durchschnittlichen Renditen, dann wird erkennbar, dass sich die schwächste Phase in der zweiten Monatshälfte ereignet hat. Die höchste durchschnittliche Tagesrendite lag bei +0,95 %, die niedrigste wurde am mit -0,52 % erzielt.

Fazit für den Monat Oktober

Der Monat September schloss dank der oben genannten Gründe außerhalb des saisonalen Musters ab. Der Monat Oktober gehört zwar nicht zu den schwächsten Monaten bei Aktien, aber zu den deutlich volatileren. Ein Durchmarsch sollte daher möglicherweise nicht erwartet werden. Besonders fällt die saisonale Schwäche im Ölpreis auf. Hier dürfte die Zuverlässigkeit eventuell höher ausfallen. Auch beim Goldpreis gehört der Oktober zu einem der schwächeren Monate, wobei hier anders als beim Ölpreis die Volatilität höher ausfiel.

cfd-trader verlieren öfter als sie gewinnen

Die Geschichte eines CFD-Traders

Liebe Leser,

der Börsenhandel ist simpel. Sie können heutzutage mit einem kleinen Konto ab, sagen wir mal 500 Euro, bereits starten. Alles kein Problem mehr in Zeiten von CFDs, binären Optionen, Zertifikaten und Optionsscheinen. Früher war der langfristig erfolgreiche Börsenhandel nur Leuten vorbehalten, die sich Aktien von guten Unternehmen leisten konnten oder aber Zugang zu bestimmten Börsenplätzen hatten, der jedoch ebenfalls mit einer Mindestvoraussetzung an Kapital verbunden war.

Und ich spreche hier noch nicht von Kleinaktionären, denn an der Börse richtig Geld verdienen, bedeutet aus meiner Sicht eben nicht mal zehn Aktien von Microsoft zu kaufen und diese bis zur Rente liegen zu lassen. Um an der Börse seinen Lebensunterhalt zu bestreiten oder an Investments zu verdienen, benötigt man einen Batzen an Kapital. Denn es macht einen Unterschied, ob eine Rendite von 10 % auf 100.000 Euro erzielt wurde oder auf 1.000 Euro.

Was, wenn ich Ihnen sage, dass sich das bis heute größtenteils nicht verändert hat? Der Zugang, den der Kleinaktionär von damals heute zum Markt hat, scheint aufgrund der Digitalisierung offen zu sein. Doch die Produkte, die ihm hier angeboten werden, versperren ihm gleichzeitig den Weg zum erfolgreichen Börsenhandel. Am Ende ist meistens derjenige erfolgreich, der diesen Batzen Kapital hat und in solide Investments steckt, weil er sich diese leisten kann. Nicht derjenige, der sich mit CFDs oder gar binären Optionen abrackert.

Was für die früheren Kleinaktionär Penny-Stocks waren, sind für die heutigen Anleger oft Produkte wie CFDs, Zertifikate oder binäre Optionen. Börse für die Unterschicht so zusagen. Wahrscheinlichkeit auf Erfolg ist im Handel mit diesen Produkten verschwindend gering und dafür gibt es natürlich auch Gründe. Die Krönung des Ganzen wurde nun, meines Erachtens, mit der Erfindung der binären Option bewerkstelligt.

Lesen Sie dazu doch bitte diese beiden Beiträge:

Binäre Optionen- Was ist dran?

Zwei Gründe gegen binäre Optionen

Doch auch CFDs sind nicht unbedingt die besseren Produkte. Sicher sind CFDs nicht so schlimm wie binäre Optionen, doch die Eigenschaften eines CFDs reichen bereits aus, um diese Wahrscheinlichkeit auf Erfolg für den Händler zu verringern. Wie das?

It`s the Leverage, Stupid!

Es ist wie so immer der Hebel, der hier eine sehr große Rolle spielt. CFDs ermöglichen dem Händler sozusagen den Handel auf Kredit. Stellen Sie sich einen Anfänger CFD-Trader vor, der einen CFD auf die Apple-Aktie kaufen möchte. Er zahlt dafür in der Regel nur 10 % des Börsenpreises. Aktuell steht der Kurs bei 163 US-Dollar. Er würde für eine Long-Position in der Apple-Aktie mittels CFD also gerade einmal 16,3 US-Dollar zahlen (Transaktionskosten, Spread usw. nicht berücksichtigt).

Steigt der Kurs nun, sagen wir mal um 10 % auf 179,3 US-Dollar, dann hat unser CFD-Trader nicht lediglich 10 % Gewinn gemacht, sondern bezogen auf den Kaufpreis von 16,3 US-Dollar, 100 %. Wow! Hört sich doch super an, oder? Und genau hier beginnt nun die Maschinerie an zu arbeiten. der CFD-Trader denkt sich: “Wenn ich mir zum Preis einer Apple-Aktie gleich zehn CFDs auf diese Aktie kaufe und dabei 100 % Rendite in kurzer Zeit erzielen kann, dann gehöre ich bald zu den Glücklichen, die an der “Börse” handeln und Geld verdienen, ohne dabei viel Kapital zu haben.

Wie gut, dass die Digitalisierung auch an der Börse Einzug gehalten hat. Unser CFD-Trader wird übermütig und denkt er hätte die Welt neu entdeckt und keiner wusste davon. Zumindest nicht in seinem Umfeld. Die Realität lässt jedoch nicht lange auf sich warten. Denn der Hebel wirkt nicht nur in die eine Richtung, sondern auch in die andere.

Er bekommt es erstmals mit seinen negativen Emotionen zu tun, nachdem er merkt, dass ein 10 % – Wertverlust der Aktie schneller erreicht werden kann, als ihm lieb ist und dabei befindet sich die Aktie eigentlich immer noch im langfristigen Aufwärtstrend. Er fängt an zu begreifen, dass er an das Trading systematisch herangehen sollte.

“Aber hey, das wird schon. Mit ein wenig Mühe bekomme ich das hin. Andere schaffen das ja auch, und vor allem gibt es da diese coole Analysemethode, die technische Analyse. Da gibt es Bücher zu, die ich mir kaufe, studiere und dann geht es ganz bestimmt aufwärts. Ich werde reich und erfolgreich, schlau und beliebt. Auf geht`s!”

Er liest also zig Bücher zur technischen Analyse, liest etliche Blogs und schaut sich Videos an, stürzt sich also richtig in die Materie des Tradings und ist fest davon überzeugt, dass der Erfolg nur von seinem Können abhängt. Und wenn es nicht so richtig funktionieren mag, dann liegt das einzig und allein daran, dass er es noch nicht begriffen hat.

Denn, wie kann es sein, dass einem zwar solch eine Möglichkeit gegeben wird (den guten Banken und Brokern sei Dank) am Börsenhandel teilzunehmen, bei der anscheinend jeder zweite erfolgreich ist? Man selbst aber dort noch nicht angekommen ist? “Irgendetwas muss ich übersehen haben. Das Produkt kann es aber in keinem Fall sein. Es muss an mir selbst liegen.”

Es ist das Risiko-Management, Stupid

Da war doch noch etwas. Achja, ich weiss. Es ist das Risiko-Management. Wie kann man nur so doof sein? Ohne das Risiko-Management geht eben nichts. Irgendwo habe ich gelesen, dass man unbedingt einen Stop-Loss benutzen sollte, damit man eben nicht mehr pro Trade verliert als eingesetzt. Also weiter geht`s!

Kurzer Cut: An dieser Stelle sollten Sie nun langsam bemerkt haben, dass unser CFD-Trader in eine bestimmte Handelsstrategie gedrängt wurde. Er ist jetzt aufgrund des Stop-Loss, der ja auf jeden Fall notwendig ist, dazu gezwungen kurzfristig und hoch frequentiert zu handeln. Er hat es aber wahrscheinlich selbst noch nicht einmal bemerkt, denn an allem Misserfolg, den er bisher hatte, ist er ja selbst schuld.

Weiter unser CFD-Trader: Auch habe ich irgendwo gelesen, dass man neben dem Stop-Loss nicht mehr als 1-2 % seines vorhandenen Kapitals pro Trade einsetzen sollte um die Überlebenschance des Kontos zu erhöhen. Würde aber im Umkehrschluss zweierlei bedeuten: Entweder muss mein Kapital deutlich höher sein, damit die Rendite am Ende hoch genug ausfällt oder aber ich gebe mich mit der geringen Rendite zufrieden?

Das war leider so mit dem CFD-Handel aber nicht geplant. Es gibt noch eine andere Möglichkeit: Ich lasse es mit den 1-2 % und versuche es mit 10 %. Ansonsten lohnt sich das Ganze für mich nicht, genauso als würde ich mir zehn Apple-Aktien ohne Hebel kaufen. Außerdem habe ich ja noch den Stop-Loss. Auf den kann ich mich ja verlassen. Tja, leider hat unser CFD-Trader aber immer noch nicht begriffen, dass der zumeist enge Stop-Loss für überaus wahrscheinliche Verlustserien sorgt und damit sein Erfolg über kurz oder lang begrenzen wird.

Wie ergeht es unserem CFD-Trader?

Wie man es dreht und wendet, der CFD als Produkt mag zwar transparent und an einigen Stellen flexibel sein. Doch alleine die Hebelwirkung erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Totalverlustes enorm. Das führt unter anderem dazu, dass gewisse Risiko-Management Methoden zum Tragen kommen, die aber nur an der Oberfläche das Risiko minimieren, Stichwort Stop-Loss. Mehr noch, wird der Händler damit sogar in hochfrequentierte Strategien gedrängt, was ja auch im Sinne der Broker ist.

Eine einzige Möglichkeit, sich dem Risiko eines Hebels zu entziehen, ist es ihn zu entkräften. Das geht z.B. indem man die Positionsgrößen im Verhältnis zum bestehenden Kapital äußerst gering hält. Damit wäre man im Fall der Fälle flexibel, hätte die Möglichkeit zur Diversifikation und müsste sich entweder keine engen Stop-Loss Grenzen aufdrängen lassen oder aber wäre in der Lage Verlustserien zu überleben. Doch in diesem Fall benötigen wir, wie oben bereits dargelegt ein hohes Volumen an Kapital (was ja unser Kleinaktionär von damals oder CFD-Trader von heute eben nicht haben), damit die Rendite am Ende ausreichend ausfällt.

Sie sehen, Digitalisierung, CFDs, binäre Optionen oder schlicht und ergreifend Penny-Stocks, es hat sich kaum etwas verändert, wenn man langfristig erfolgreich an der Börse handeln möchte. Natürlich gibt es auch erfolgreiche CFD-Trader. Auch Futures oder Optionen sind mit einem Hebel versehen, der jedoch einen verhältnismäßig kleinen Teil der Händler nicht daran hindert erfolgreich zu sein.

Doch dieser relativ kleine Anteil (und sie wissen jetzt warum er klein ist) sind eben Profis, die sich Tag ein Tag aus mit dem Trading beschäftigen. Dennoch, erfolgreich sind die meisten davon mit hoher Wahrscheinlichkeit nur deshalb, weil sie den Hebel, wie oben dargelegt durch ein hohes Volumen an Kapital entkräften können.

Da man am Ende also so gut wie immer beim selben Ergebnis landet, frage ich mich warum man überhaupt noch CFDs oder andere Hebelprodukte handeln sollte. Es macht eigentlich nur dann Sinn, wenn man eingefleischter, kurzfristig orientierter Daytrader ist. Statistisch betrachtet ist die Wahrscheinlichkeit auf langfristigen Erfolg hier jedoch nur einigen wenigen vergönnt. Ich weiss nicht wie es Ihnen geht, aber ich für meinen Teil, möchte mich lieber auf Produkte konzentrieren, bei denen diese Wahrscheinlichkeit höher ist und nicht geringer.

Viel Erfolg!

Rally in den Metallpreisen – Zeit für einen Pullback?

Liebe Leser,

Ihnen ist mit Sicherheit die Rally in den Metallpreisen, allen voran den Preisen für Industriemetalle nicht entgangen. Der Kupferpreis erreichte in der vergangenen Woche ein Mehrjahreshoch und notierte kurzzeitig über 3 US-Dollar je Pfund. Auch der Aluminium-Preis notierte auf dem höchsten Stand seit 2014. Der Zink-Preis erreichte hingegen sogar ein Zehnjahreshoch: “Zinc prices highest in a decade as industrial metals surge” . Ich mache es wie gewohnt kurz: Drei wesentliche Faktoren sind für die Stabilität in den Preisen, meiner Ansicht nach, verantwortlich…

  1. Mittelfristig hatten Erwartungen an Trumps Infrastrukturmaßnahmen die Preise stabil gehalten.
  2. Der US-Dollar, der seit Dezember 2016 einen Abwärtstrend hingelegt hatte, beeinflußte alle Metallpreise positiv (siehe auch die Gold-Analyse hier “Spekulieren auf den Goldpreisanstieg?”.
  3. Chinas Maßnahmen zur Reduktion der Kapazität sind besonders für den letzten Teil der Rally mit verantwortlich.

Die ersten beiden Faktoren, lasse ich erst einmal so stehen. Denn meines Erachtens nach, ist gerade der letzte Teil der Rally zu einem großen Anteil durch Chinas Maßnahmen auf der Angebotsseite beeinflußt worden. Allerdings scheint es jedoch, als würde die Nachfrage nach Industriemetallen ebenfalls leicht anziehen.

Chinas Maßnahmen nähren die Rally in den Metallpreisen

So haben der Bau-Sektor sowie der Automobil-Sektor zuletzt weiterhin solide performt, auch wenn die letzten Daten per Juli insgesamt wieder eine leichte Delle in der Industrie andeuten. Die Reduktion der Kapazität im Rahmen der Maßnahmen ist enorm und vor allem soll sie, wie ich verstanden habe, zum Großteil in die Zeit zwischen November und März nächsten Jahres fallen.

Was wir hier in den Metallpreisen sehen, könnten also wie so oft, Erwartungen an ein weiter fallendes weltweites Angebot während der Wintermonate sein. Ich will nicht bestreiten, dass die Rally in den Metallpreisen auch aufgrund einer wirtschaftlichen Erholung weiter geht, doch für eine insgesamt anziehende Wirtschaft, bräuchten wir eine Unterstützung auch seitens anderer Rohstoffmärkte. Wie unten im Chart ersichtlich unterstützt der CRB-Index die Rally in den Metallpreisen bisher jedoch nicht.

CRB-Index und Industriemetalle Index

Nun könnte es natürlich auch irgendwann einmal zu spät sein, wenn man auf die Unterstützung des CRB-Index wartet, keine Frage. Doch möglicherweise haben wir noch einen Pullback vor uns, nachdem Erwartungen an die chinesischen Maßnahmen eingepreist worden sind. Dass der letzte Teil der Rally in den Metallpreisen weiterhin für sich unabhängig von anderen Faktoren ist, macht auch der untere Chart deutlich.

US-Anleiherenditen vs. Industriemetalle

US-Anleiherenditen bestätigen Rally in den Metallpreisen ebenfalls nicht

Dieser vergleicht die Ratio zwischen den Industriemetallpreisen und den Edelmetallpreisen (weiß) sowie die Rendite der 10-Jährigen US-Anleihen (blau). In der Regel bestätigen sich beide, sofern Erwartungen an eine wirtschaftliche Erholung eine Rolle spielen. Zuletzt jedoch haben Anleiherenditen die Rally in den Industriemetallen ebenfalls nicht unterstützt.

Das zeigt einmal mehr, dass Erwartungen an eine sich insgesamt wirtschaftliche Erholung besonders im letzten Teil der Rally noch nicht gänzlich berücksichtigt sind und der hauptsächliche Faktor eben China und bei Kupfer auch einige Produzenten selbst sind.

Dennoch, wenn ich hier davon sprechen, dass Erwartungen an eine wirtschaftliche Erholung im letzten Teil der Rally nicht berücksichtigt sind, dann bedeutet es nicht, dass sie überhaupt nicht da sind. Denn zu Beginn der Rally sowohl in den Industriemetallen als auch in den Anleiherenditen, waren sie eben durchaus ausschlaggebend.

Die Frage lautet daher: Befinden wir uns in einer Konsolidierung, was Erwartungen an eine anziehende Wirtschaft angeht und es geht bald wieder aufwärts? Wird die Rally in den Metallpreisen demnächst durch weitere Faktoren unterstützt oder passen sich eher Metallpreise an die Konsolidierung an und korrigieren? Ich glaube mittelfristig an das erstere, kurzfristig aber, tendiere ich eher zum Zweiten.

Viel Erfolg!