Das Jahr 2018 Anlagestrategie

Meine 2018 Anlagestrategie

Liebe Leser,

zunächst einmal wünsche ich Ihnen ein frohes neues Jahr. Ich hoffe Sie sind alle gut rein gerutscht und haben das Jahr 2017 erfolgreich gemeistert. Wie Sie wahrscheinlich schon mitbekommen haben, ist es in den letzten Monaten sehr ruhig hier im Börsenblog geworden. Das wird auch in der nahen Zukunft so bleiben, denn ich arbeite an einigen Projekten, die viel Zeit erfordern und dementsprechend auch Priorität für mich haben.

Ich starte in das Jahr 2018 zunächst komplett auf Einzelwertebasis und bin froh darüber mich weiter entwickelt zu haben. Die Diversifikation ist aus meiner Sicht ein weitaus besseres Risikomanagement-Tool als ein Stop-Loss. Dass ich hätte dennoch etwas besser diversifizieren sollen, durfte ich zum Ende des Jahres deutlich spüren. Mein Portfolio war (siehe auch Wikifolio) zu technologielastig. Das brachte mir den ersten starken Drawdown von über 7 % ein.

Im Vergleich zum NASDAQ 100 Index war die Performance des Wikifolios somit in 2017 etwas enttäuschend für mich, sowohl in Bezug auf die Performance, als auch den Drawdown. Der NASDAQ Index erreichte ein Plus von über 30 %, bei einem maximalen Drawdown von 4,80 %. Den S&P 500 Index habe ich hingegen geschlagen, den Dow Jones Index nur knapp. Es ist, wie ich bereits zuvor vermutet hatte: Die wirkliche Bewährungsprobe stand noch aus und die kam dann auch.

Die 2018 Anlagestrategie wird nicht einfacher

Medien sind derzeit voll von Ausblicken. Daher will ich mich nicht wiederholen, sondern werde Ihnen weiter unten einige Links bereitstellen, von denen ich denke, dass sie ausreichend sind, um sich einen guten Überblick über den aktuellen Stand und die Erwartungen an das Jahr 2018 zu verschaffen. Warum die 2018 Anlagestrategie für mich dennoch nicht einfacher wird, liegt womöglich daran, dass wir uns inmitten eines Wandels befinden. Und zwar in mehrfacher Hinsicht.

Zum einen befinden wir uns aktuell in einer Zeit, in der die geldpolitische Normalisierung bereits begonnen hat. Gleichzeitig ist ein globaler, wirtschaftlicher Aufschwung zu erkennen. Der politische oder auch fiskalpolitische Einfluss dürften dabei in diesem Jahr eine größere Rolle spielen. Ist es nicht genau das, wonach vor allem die Zentralbanker zuvor verlangt haben?

Die zwei größten Weltwirtschaften, die USA und China könnten in der nahen Zukunft so etwas wie einen fiskalpolitischen Wettkampf austragen. soweit es zu keinem Handelskrieg kommt, sind das für mich eher bullische Signale für den Aktienmarkt. Zugegeben, ob all diese Maßnahmen Erwartungen der Investoren und Anleger in der Zukunft treffen, steht noch in den Sternen. Viele Studien belegen, dass einige der Maßnahmen wie etwa eine Steuerreform, nicht zwingend zu einem stärkeren Wirtschaftswachstum auf Sicht von mehreren Jahren führen müssen.

Doch es kommt wie so oft auf bestimmte Nuancen an, die so gut wie nie die selben sind wie in der Vergangenheit. Anleger und Investoren sollten sich daher auf das Hier und Jetzt konzentrieren und diese bullischen Erwartungen handeln. Wieso aber wird es dennoch nicht einfacher? Der Wandel bringt ein etwas unklares Bild für die richtige Allokation mit sich.

Man sieht sozusagen überall Chancen. Doch welche davon die besten sind, das zu erkennen erfordert mehr Aufwand bei der Recherche und Analyse,  Allokation innerhalb der Aktienmärkte kann zum einen auf der regionalen oder sektoralen Ebene erfolgen. Gleichzeitig können Parameter wie etwa “Growth” oder “Value” Betrachtung finden.

Bekommt Value in diesem Jahr seine Chance?

Bereits im vergangenen Jahr gingen viele Analysten davon aus, dass “Value” die Nase vorn haben wird. Das war vielleicht für das Jahr 2017 falsch gedacht, für das neu begonnene Jahr könnte die Übergewichtung in Richtung Value, im Rahmen einer Strategie eventuell Sinn machen. Mehr Details zu diesem Thema können Sie den Links entnehmen, die ich am Ende präsentiere.

Neben diesem Aspekt sowie der Berücksichtung meiner eigenen Einschätzung bezüglich der Entwicklung im nächsten halben Jahr, ergeben sich für mich folgende Veränderungen: Das Portfolio soll im Laufe des Jahres weniger Übergewichtung hinsichtlich eines Sektors oder einer Branche enthalten. Ich werde versuchen sowohl regional als auch sektoral zu diversifizieren, dennoch aber stets mit Blick auf sich aktuell ausbildende oder bestehende Wachstumstrends.

Die Haltedauer wird nun auf mindestens ein Jahr hochgeschraubt, es sei denn es werden gewisse Schwellen unterschritten. Zum Ende des Jahres erfolgt eine Umbewertung der Lage und die Festlegung der weiteren Strategie. Aktien werden entweder weiter gehalten oder verkauft. Je nachdem wie ich die Lage und die Aussichten für die jeweiligen Werte einschätze. Aktien können wieder zurück gekauft werden, wenn sich etwas zu deren Gunsten verändert hat.

Die 2018 Anlagestrategie Links

Um es kurz und knapp zu machen. Ich gehe davon aus, dass der Bullenmarkt noch nicht vorbei ist, da sowohl geldpolitische, aber was noch wichtiger ist, fiskalpolitische Maßnahmen die globale Erholung weiter unterstützen dürften. Mit vorübergehendem Gegenwind rechne ich insbesondere für europäische Aktien im Rahmen der Wahlen in Italien sowie einer Korrektur im Wirtschaftswachstum in China. Ersteres scheint mir nun aber fast vom Tisch zu sein. Warum das so sein könnte, können Sie in diesem >> ersten Link nachlesen. Hinweis: Alle Links verweisen auf englischsprachige Quellen.

Was das Wirtschaftswachstum in China angeht, so erwarte ich für das erste halbe Jahr oder zumindest bis März eine Korrektur. Auch wenn die Daten vom Dezember aktuell noch nicht darauf hindeuten. Das ist auch der Grund, warum ich zwar an der Seitenlinie dem aktuellen “Boom” in den Rohstoffpreisen zusehe.

Wir haben bereits in den Daten per September gesehen, wie schnell Preise für Industriemetalle den Rückwärtsgang einlegen können, wenn Daten schlechter als erwartet ausfallen. Sofern in den USA keine Infrastrukturmaßnahmen angekündigt werden, erwarte ich dieselbe Reaktion, sofern die nächsten Daten aufgrund der aktuellen Maßnahmen zur Regulierung des chinesischen Kapitalmarktes tatsächlich zur Schwäche tendieren. Ich kann mich natürlich irren, aber das ist eben mein Szenario. Angelehnt an dieses Thema fand ich diesen Artikel sehr aufschlussreich: Iron Ore Investors could anticipate these factors in 2018.

Eine gute Zusammenfassung, sowohl aus der makroökonomischen, statistischen, als auch der charttechnischen Sichtweise, können Sie wie so oft bei The Fat Pitch nachlesen: What to expect from equities in 2018. Wer es etwas umfangreicher mag und vor allem etwas ökonomischer, für den könnte auch der Ausblick von LPL Research etwas sein: Return of the business cycle (PDF). Zwar umfangreich aber dennoch angenehm zu konsumieren. Der Report deckt dabei so gut wie alle wichtigen Anlageklassen ab.

Ist der US-Dollar am Ende?

Und zu Guter Letzt habe ich mich ein wenig mit dem Thema schwacher US-Dollar trotz steigender Zinsen und Fiskalpolitik beschäftigt. Dieses Thema gewann innerhalb der Hedgefund-Szene zuletzt immer mehr an Bedeutung. Vor allem dank der steigenden Popularität von Kryptowährungen. Eine gängige Annahme ist, dass der US-Dollar als Weltleitwährung ausgedient hat und wir uns derzeit in einer Übergangsphase befinden, also dem Anfang vom Ende sozusagen.

Ich persönlich vertrete eher die Meinung, dass das Ganze etwas hoch gebauscht wird. Es ist zwar durchaus etwas dran, dass das aktuelle Währungssystem nicht perfekt ist, nur leider gibt es keine bessere Alternative dazu. Insofern dürfte, selbst wenn einige Länder hier die Führung früher oder später übernehmen sollten, es noch sehr lange dauern, bis sich das ändert. Sehr, sehr empfehlenswert zu diesem Thema, ist dieser fünfteilige Podacst von MacroVoices: Anatomy of the US-Dollar End Game. Der Podcast stellt eine Diskussion zwischen vier Hedgefund-Investoren dar, die nicht unbedingt die gleiche Meinung vertreten und das Ganze genau deshalb so interessant ist. Zeit nehmen und anhören. Hier ist Bildung drin.

Viel Erfolg!

4 Kommentare
  1. EasyWISA sagte:

    Hallo David,

    viel Erfolg im neuen Jahr und bei deinen neuen Projekten. Finde ich gut, dass du noch mehr auf Einzelwerte gehst und die risikoreicheren Investments (v.a. CFD-Trading) zurückfährst bzw. aktuell eher lässt.

    Im Bezug auf die Entwicklung der Märkte bin ich besonders gespannt, wie sich die Änderung der Besteuerung in den USA auf die Aktienkurse bestimmter Unternehmen auswirkt, die aktuell relativ viel Steuern dort zahlen. Das ist für mich aktuell analysetechnisch ein Thema, dass ich mir einfach mal Unternehmen anschaue, die besonders von der Umstellung profitieren werden.

    Gruß
    Markus

    Antworten
    • alpha-invest.blog sagte:

      Hi Markus,

      danke, dir ebenfalls viel Erfolg in diesem Jahr.

      So wie ich verstanden habe, könnte es vor allem bei Technologiewerten und auch im Gesundheitssektor weniger Wachstum dank der Steuerreform geben, als in den anderen Sektoren. Da diese Unternehmen bereits vorher weniger Steuern bezahlt haben. Was Technologiewerte angeht, so dürfte aus meiner Sicht das aktuelle Gewinnwachstum bereits ausreichen, um den Trend weiter zu unterstützen. Der schwächere US-Dollar spielt hier ebenfalls eine Rolle. Hier mal eine oberflächliche Liste zu den zuvor höchsten effektiven U-Steuersätzen:

      1. Ingenieurswesen, Maschinenbau (50 %)
      2. Energie ( > 40 %) (nicht Öl- und Gasproduktion)
      3. Bildung (> 40 %)
      4. Geschäfts- und Verbraucherdienstleistungen (> 30 %)
      5. Gesundheits-Dienstleistungen (> 30 %)
      6. Immobilien-Dienstleistungen (> 30 %)
      7. Spedition ( > 30 %)
      8. Elektronisches Equipment (> 30 %)
      9. Lebensmittel Einzelhandel (> 30 %)
      10. Einzelhandel (> 30 %)
      11. Finanzwesen (> 30 %)
      12. Biotechnologie (> 30 %)

      VG
      David

      Antworten
  2. Sascha sagte:

    Die neue Mindest-Haltedauer von 1 Jahr halte ich persönlich für schwierig. Dadurch implizieren wir ja – mehr oder weniger – das Timing des Marktes vorhersagen zu können. Bezieht sich die regionale Diversifikation auf Globale-Makros?

    LG

    Antworten
  3. alpha-invest.blog sagte:

    Hi Sascha,

    ich persönlich vertrete die Meinung, dass wir immer Timing betreiben. Sei es auf Basis einer Unterbewertung der Aktie oder über die Markttechnik oder weil wir davon ausgehen, dass die Preise in der einen Branche bald beginnen zu steigen. Wir wollen alle einen so weit wie möglich voranschreitenden Kurs sehen, lediglich die Methode unserer Bewertung unterscheidet sich. Die Frage nach dem Timing stellt sich bei einer kurz- bis mittelfristigen Haltedauer daher nicht wirklich, sondern nur nach dem möglichen Kurspotential in diesem Zeitraum. Und Trends können in solch einem Zeitraum entweder weiter voranschreiten, weil die makroökonomische Lage das zulässt oder weil die Aktie unterbewertet ist. Vollkommen gleich warum.

    Wo ich die Schwierigkeit sehe ist eher, dass diese Trends sich in dem angepeilten Zeitraum nicht wie erwartet ausbilden oder in der Zwischenzeit sich andere etablieren. Das meintest du wahrscheinlich mit deinem Einwand. Natürlich, je länger ich eine solide Aktie halte, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass sie irgendwann einmal steigt. Das ist klar. Da wir aber alle keine Buffetts oder Mungers sind, die alleine an Fees schon verdienen, halte ich eine jährliche Zielrendite schon für sinnvoll, es sei denn man legt nur für die Rente an, dann magst du Recht haben.

    Im Grunde genommen aber versuche ich dennoch so gut wie möglich flexibel zu bleiben. Das eine Jahr ist nur ein Richtwert, nachdem die Positionen einer Überprüfung unterzogen, eventuell verkauft oder drin bleiben sollen. Darüber hinaus halte ich es mit Verkaufsschwellen dann doch strikter. In diesem Jahr hatte ich bereits einige Aktien aus dem Portfolio genommen, weil diese Schwellen unterschritten wurden, dafür dann aber auch andere rein geholt.

    Viele Grüße
    David

    Antworten

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