Urlaubsmodus in Almaty

Blog im Urlaubsmodus

Liebe Leser,

der Blog wird sich in den nächsten Wochen im Urlaubsmodus befinden. Genaugenommen bis etwa dem 7. August. Danach sollte es normal weiter gehen. So viel sei gesagt. Ich werde nach dem Urlaub etwas Neues hier als Pilot-Projekt starten, das vor allem für langfristig orientierte ETF-Anleger interessant sein könnte.

In dieser Woche werde ich noch den „Trading Track-Record für 2017 aktualisieren, dann wird es aber still werden. Denn ich fliege in der nächsten Woche erstmals seit zehn Jahren wieder in die alte Heimat (Kasachstan) und das ist mit viel Vorbereitungen und Aufregung verbunden, sodass ich neben der regulären Arbeit gar keine Zeit mehr haben werde, mir großartig Gedanken über den Markt oder neue Handelsideen zu machen.

Ich werde aber vermehrt über meinen Twitter-Account „invest_alpha“ weiterhin präsent seinMeine grundlegenden Gedanken zum Aktienmarkt habe ich bereits in diesem Beitrag „Jetzt S&P500 shorten?“ dargelegt. Insofern bin ich immer noch bullisch, was US-Aktien angeht.

Der Bärenmarkt kommt bestimmt, aber der aktuelle Trend dürfte womöglich noch etwas weiter voranschreiten. Die folgende Grafik zeigt zwar einen ausgemachten Crash, aber sie verdeutlicht aus meiner Sicht sehr gut, dass die aktuelle Phase noch nicht zu Ende sein könnte.

Dow Jones FED und Trump Blase

Den Blick aufs Portfolio trotz Urlaubsmodus

Wir aktive Anleger können uns zwar meistens nie so ganz vom Markt lösen, jedoch tut es auch mal gut, bewusst Abstand zu nehmen. Da bei mir jedoch der Fokus mittlerweile immer mehr auf den Handel von Einzelwerten gelegt wird, anstatt gehebelte Produkte wie CFDs oder Futures zu handeln.

Werde ich mit hoher Sicherheit stets einen Blick auf das Portfolio und die derzeitigen Entwicklungen an den Märkten haben müssen und eventuell bei einigen Werten Stopps setzen. Ich denke da z.B. an die Aurelius-Aktie.

Das ist zwar bei CFDs und Futures nicht anders gewesen, allerdings hielt sich die Anzahl der Positionen in Grenzen. In diesem Jahr wurde beispielsweise nur ein Trade gemacht, das war der besagte EUR/USD-Trade den ich in diesem Beitrag  US-Aktien und EURUSD im Kontext von Trump“ am 1. Februar kurz folgendermaßen angerissen hatte:

Gegen den Euro ist der US-Dollar schon lange überbewertet und zumindest ein mittelfristiger Trade auf Basis eines Rückschnappers, wäre meiner Meinung nach in 2017 drin. Ich habe daher den EURUSD bereits im letzten Jahr als den Trade für 2017 ins Auge gefasst.

Während dieser Zeit wurde meine Sichtweise auch von vielen Analysten bestätigt. Siehe hierzu beispielsweise auch die Analyse von Roberth Rethfeld: Ein Faktor stemmt sich gegen den Dollar-Durchmarsch.

Das Problem ist nur, dass die meisten, auch ich, erst mit einem Einbruch des Kurses auf zumindest Parität gerechnet hatten, bevor es zu diesem Rückschnapper kommen würde.

Dass Trump nun jedoch einen Währungskrieg ins Spiel bringt und die EU-Inflation mehr als erwartet gestiegen ist, können wir der Parität fürs Erste „Good Bye“ sagen, wie ich meine.

Ich habe daher vor einer Woche eine Long-Position im EURUSD aufgebaut aber mit einem verhältnismäßig nicht sehr weit entferntem Ziel. Es wäre sicherlich aus Sicht der Chancen-Risiko-Relation schöner gewesen, wenn der Kurs zunächst auf Parität gefallen wäre.

Fazit für das ersten Halbjahr

Ich bin mir nicht sicher, ob ich in diesem Jahr noch einen Trade über CFDs, Futures oder Forex in Angriff nehme. Ich merke einfach, dass die Trading-Ideen, die ich des Öfteren habe auch über Einzelwerte umsetzbar sind.

So wäre beispielsweise eine Wette auf einen steigenden Euro in diesem Jahr, in einigen Fällen gleichzusetzen mit der Wette auf einige Finanzwerte, wie etwa die Commerzbank-Aktie. Wir werden sehen, wie sich das bei mir weiter entwickelt.

Im Großen und Ganzen bin ich mit der ersten Hälfte des Jahres zufrieden. Für meinen Geschmack lief es sogar, bis auf die Unsicherheiten rund um die Frankreich-Wahlen ein wenig zu einfach. Zumindest was den Einzelwertehandel angeht. Im EURUSD war die Situation des Öfteren heikel.

Doch was einfach ist, hat an den Märkten oft die Gewohnheit sich irgendwann ins Komplizierte umzukehren, insofern sollten man immer achtsam sein. Noch besser ist es aber vorausschauend zu denken.

Ich werde mir daher ganz sicher bereits vorher überlegen, wie ich zu reagieren habe, wenn das eine oder andere Szenario an den Märkten eintrifft. Es ist sicherlich keine schlechte Idee über die Ferien mit Stopps zu agieren.

Ich wünsche Ihnen, falls Sie noch keinen Urlaub gemacht haben, eine schöne Urlaubszeit und wenig Stress an den Märkten!

S&P500 shorten im Zuge eines Bärenmarktes?

Jetzt S&P500 shorten?

Liebe Leser,

die Notenbanken machen ernst, denken zumindest die Marktteilnehmer, siehe auch hier kürzlich die Aussagen von Hedgefondsmanager Ray Dalio:

Dalio Calls End of Central Bank Era, Time to Head to Party Exit“

Doch heisst das jetzt wirklich wir sollten so langsam die Bremsen anziehen und den Cash-Bestand erhöhen? Die Bloomberg-Überschrift ist wie immer etwas provokativ, doch Dalio sagt selbst:

“Our responsibility now is to keep dancing, but closer to the exit and with a sharp eye on the tea leaves.”

Also keep dancing ist wohl eher die richtige Interpretation, die man in der Headline verwenden hätte sollen. Aber Sie wissen ja, in der Medienbranche kriegt man eben mit Angst-Headlines mehr Aufmerksamkeit. Ich wette sie haben der S&P500 shorten Headline ebenfalls mehr Aufmerksamkeit geschenkt ;-).

Der EUR/USD Trade

Als ich mir meine Trades für das laufende Jahr zu Beginn des Jahres zu recht gelegt hatte, war einer davon der EUR/USD-Long Trade. Dieser ist soweit auch aufgegangen, jedoch wie ich das sehe, war mein Ausstieg etwas verfrüht. Hier können Sie nachlesen warum ich den Trade vordergründig geschlossen hatte „EUR/USD nach FED bärisch?“.

Ein weiterer Grund, der da nicht genannt wird, ist der Umstand, dass die Laufzeit bereits fast ein halbes Jahr betrug und bis jetzt zumindest, versuche ich gehebelte Positionen nicht länger als sechs Monate zu halten. Ich schätze das ist ein emotionales Ding.

Mir ist bewusst, dass ich damit in einigen Fällen Gewinne begrenze, aber ich bin da lieber konsequent. Denn oft genug habe ich mit meiner Skepsis auch recht gehabt. Von daher ist es immer eine 50 zu 50 Entscheidung.

Wirklich den S&P500 shorten?

Der zweite Trade, den ich bereits damals schon ins Auge gefasst hatte, war ein möglicher S&P 500 Short-Trade. Ich hatte mir ausgemalt, dass der Index spätestens mit Beginn des zweiten Halbjahres, einbricht.

Meine DAMALIGE Prognose, basierte zum Teil auf der Annahme, dass der Aktienmarkt, sofern er den intermarketanalytischen Korrelationen folgt, dem Anleihemarkt mit Verzögerung von etwa sechs bis zwölf Monaten ebenfalls nach unten folgt.

Ich weiss, einige werden jetzt einwenden, dass diese Intermarket-Korrelationen, spätestens seit der Finanzkrise und den geldpolitischen Maßnahmen nicht mehr gelten.

Das stimmt nicht ganz. Genau genommen haben sich diese bereits in den 90er deutlich abgeschwächt bzw. sogar teilweise umgekehrt.

Ich fasse mal die gängigen Definitionen aus John Murphys Neue Intermarket-Analyse (siehe die Anzeige rechts in der Siderbar), zusammen:

  • US-Dollar und Rohstoffe tendieren entgegengesetzt
  • Rohstoffe und Anleihekurse tendieren entgegengesetzt
  • Rohstoffe und Anleiherenditen tendieren parallel
  • Aktien- und Anleihekurse tendieren parallel
  • Aktien und Anleiherenditen tendieren entgegengesetzt

Dabei sollte man beachten, dass diese Korrelationen, wenn sie denn tatsächlich in dem besagten Moment da sind, nicht immer im zeitlichen Gleichlauf existieren, sondern in der Regel mit Versatz.

So muss ein schwacher US-Dollar, wie wir das derzeit sehen, den Goldpreis nicht sofort stützen, doch über einen längeren Zeitraum hinweg, könnte der Goldpreis stabil bleiben.

Ich höre jetzt aber erneut andere einwenden: „Aber, der Goldpreis war in den letzten zehn Jahren alles andere als stabil„.

Was die Intermarkt-Korrelation zwischen Gold und dem US-Dollar angeht, so spielte hier die Geldpolitik wohl tatsächlich in den letzten Jahren eine besondere Rolle.

Doch wie wir wissen, sollte der Einfluss der lockeren Geldpolitik nun immer geringer und die negative Intermarket-Korrelation zwischen dem Goldpreis und dem US-Dollar wieder höher werden.

Das ist gleichzeitig ein gutes Beispiel dafür, warum auch Intermarket-Korrelationen, wie auch die Märkte selbst, sich im ständigen Wandel befinden und es nicht ausreicht, einfach nur nach den gängigen Definitionen zu gehen, wenn man Entscheidungen treffen will.

Man sollte auch immer ein Auge darauf haben, ob das derzeitige Umfeld für die erhöhte Intermarket-Korrelation spricht. Damit hoffe ich aber auch eine Überleitung zu meinem damals geplanten Trade hinzubekommen.

Ich werde nicht den S&P500 shorten

Wie gesagt ging ich neben anderen Dingen, wie der Korrektur eines Trump-Trades usw. auch davon aus, dass ein Top in Anleihekursen, sofern die Intermarket-Korrelationen bestand hält, nach sechs bis zwölf Monaten zu einem Top an den Aktienmärkten führen würde.

Und da zwischen Anleihekursen- und Aktienmärkten diese Korrelation zumindest in den letzten Jahren bestand, wäre das womöglich ein Sell-Signal. Aber, ruhig Brauner. In der Zwischenzeit habe ich meine Meinung revidiert.

Ich gehe nunmehr davon aus, dass der Bullenmarkt am US-Aktienmarkt noch nicht vorbei ist. Womöglich steht er, seit dem er aus der 2015er Korrektur raus ist, sogar erst am Anfang. Zumindest könnte es noch ein Weilchen dauern, bis das Top in Aktien dem Top in Anleihen folgt. Falls es eins ist.

Ich weiss, dass hört sich jetzt nach starkem Tobak an, aber ich gehe hier nun den konträren Weg und sage, dass zwar eine Korrektur sicherlich kommen kann und wird, ich sie aber eher für den Kauf nutzen würde, als den S&P500 shorten.

Short wird verschoben

Ich schließe aber meine vorherige Analysen nicht gänzlich aus, sondern verschiebe diese quasi auf später, weil die derzeitigen Umstände für mich danach aussehen, als würde es noch zu keinem Bärenmarkt ab hier kommen.

Natürlich kann ich mich irren, das ist keine Frage. Die derzeitige Lage ist schwierig, denn wir haben uns alle an den geldpolitischen Einfluss so sehr gewöhnt, dass wir dem Markt einfach nicht über den Weg trauen werden, wenn er trotzt der Straffung der Notenbanken weiter nach oben klettert.

Aber vielleicht könnte ja genau das der Grund sein, warum er weiter nach oben klettern wird? Sicher kann man flexibel bleiben und innerhalb des Portfolios den Cash-Bestand vor allem derzeit, wo der Anleihemarkt Signale einer realen Top-Bildung aussendet, auf etwas höheren Level halten.

Jedoch würde ich jetzt nicht alles verkaufen, nur weil die Geldpolitiker den Markt auf den Ausstieg aus der Geldpolitik vorbereiten. Denn, wir müssen auch andere Parameter in dieser Gleichung bedenken, die sich im Gegensatz zu 2011 oder 2013 bereits verändert haben.

Fokus auf den Konjunkturdaten

Der Fokus sollte derzeit womöglich viel mehr auf Konjunkturdaten gelegt werden. Zeiten ändern sich, damit aber auch die Einfüsse.

Wenn wir aber zwangsläufig davon ausgehen, dass bei einer Veränderung der vorherigen Einflüsse sich auch die Trends wieder stark umkehren, dann gehen wir zwangsläufig davon aus, dass all die Maßnahmen, die getroffen wurden nicht funktioniert haben.

Ist das aber wirklich so? Warum sollten wir immer gleich von dem Schlimmsten ausgehen? Die Daten sprechen aus meiner Sicht dagegen. Und hier kann ich mir einfach noch keinen Bärenmarkt vorstellen, denn selbst die Emerging-Markets weisen derzeit keine wirklich schlechten Daten auf.

Weiterhin, gehen wir davon aus, dass der EU-Aktienmarkt im Zuge des EZB- „Taper-Tantrums“ dasselbe durchmachen wird, wie der US-Markt, könnte dieser Umstand den US-Aktienmarkt ebenfalls unterstützen.

Schaue ich mir gleichzeitig die Entwicklungen in einigen Rohstoffpreisen an, sowie den US-Dollar, der nun wahrscheinlich einige Zeit benötigen wird, um wieder nach oben zu klettern (abgesehen von überraschend beschlossenen Maßnahmen der Trump-Administration), spricht auch das eher für weiter stabile Kurse in US-Aktien.

Ich werde daher vorerst nicht den S&P500 shorten und überlege mir eher wo ich mein Portfolio mit Einzelwerten aufstocken kann, was ich auch in dieser Woche bereits mit NVIDIA getan habe. Aber wie gesagt, da die derzeitige Lage ein wenig unübersichtlich ist, schadet ein etwas höherer Cash-Bestand wahrscheinlich nicht wirklich.

Kurze Ergänzung: Selbst wenn wir es derzeit mit einer möglichen Boden-Bildung in den Renditen zu tun haben. Schauen Sie unten auf den Chart. Der Trendbruch sollte diese Bodenbildung erst einmal bestätigen.

Und erst dann mit zeitlichem Versatz, wenn sich die höheren Zinsen tatsächlich auf Unternehmensgewinne auswirken, rechne ich mit einem ernst zu nehmenden Reversal in Aktien.

Das was wir zurzeit erleben, könnte nur wieder einmal die berühmt berüchtigte Wall of Worry sein, die zwangsläufig zu volatilen Korrekturen führt, aber noch zu keinem Bärenmarkt.

US-Renditen Trend

Viel Erfolg!


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Viel Spass beim Lesen und Viel Erfolg an den Märkten!