Top-Bildung in Aktien?

Top-Bildung in Aktien?

Liebe Leser,

haben wir es hier mit einer Top-Bildung in Aktien zu tun?

US-Aktien scheinen so langsam ein Top auszubilden, das mit dem Absturz in den US Tech-Stocks vor zweieinhalb Wochen begann. Dieser Absturz war der Beginn einer Umschichtung in defensive Sektoren, könnte man sagen.

Es ist nicht ganz einfach hier die richtige Interpretation zu treffen, denn auch laut Experten scheint der derzeitige Markt ein wenig konfus zu sein und nicht nach den gängigen, intermarketanalytischen Mustern zu laufen.

In dieser Woche haben Technologie-Werte als erstes Top-Anzeichen ausgesendet, wenn man sich die markttechnischen Muster anschaut. Die folgenden Bilder hatte ich am Dienstagmorgen über Twitter gepostet.

#TecDAX, #NASDAQ

Vor allem der krasse Absturz im NASDAQ- Index fällt auf, der sich im Laufe des Tages ergeben hatte.

NASDAQ Index Chartanalyse

Historisch betrachtet, weisen die anderen Indizes natürlich eine positive Korrelation zum NASDAQ-Index auf und werden daher auch folgen.

Da sich der schwächere US-Dollar kaum unterstützend ausgewirkt hat, gehe ich davon aus, dass es sich hier um echte Marktskepsis handelt, die durchschlägt.

Warum könnte es eine echte Top-Bildung in Aktien sein?

Einige Trader führen auf, die Skepsis geht auf den IWF-Bericht zurück, der seine Prognosen für die US-Wirtschaft stark nach unten angepasst hat.

„Sometimes it takes only a nudge“

Andere wiederum sehen in den Aussagen der FED-Präsidentin Jennet Yellen den Grund für die Skepsis liegen.

Und wieder andere gehen davon aus, dass die Trump-Agenda gefährdet wäre, weil die Republikaner die Abstimmung zur Gesundheitsreform verschoben haben.

„Fed Alert & TrumpCare Turmoil Slams Tech Stocks, Bonds, & Dollar“

Was es auch ist, mit hoher Wahrscheinlichkeit wird der TecDAX-Index heute Morgen dem US-Index folgen, wenn nicht, wäre das ein Zeichen von relativer Stärke.

Was aber für den deutschen Technologiesektor in Anbetracht eines stärkeren Euros normal wäre. Ganz der Schwäche entziehen wird sich der Index allerdings mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht.

Eine technische Unterstützung kann ich im Bereich bei 2.170 Punkten im TecDAX-Future identifizieren, sowie im NASDAQ-Index bei 5.510 Punkten.

TecDAX Chartanalyse

Wann kommt der erste Rebound-Versuch?

Doch auch bis dahin, hätten wir es schon mit einer ausgemachten Korrektur zu tun. Spätestens dort, sollten die Indizes jedoch ihren ersten Rebound-Versuch starten.

Bevor wir aber hier von einem bestätigtenTop sprechen, sollten die Indizes auf Wochenbasis unterhalb der Nackenlinien schließen.

In Kürze gibt es dann im Rahmen des zweiten Teils zu diesem Artikel hier „Den Markt interpretieren Teil 1″ , eine etwas umfassendere Einschätzung der aktuellen Marktlage. So viel sei dazu gesagt.

Derzeit gehen Meinung der Markt-Profis, denen ich folge stark auseinander, was den weiteren Verlauf angeht.  In einem sind sich aber die meisten einig:

Sollte die US-Konjunktur tatsächlich Rezessionsanzeichen aussenden, was wir womöglich spätestens mit den nächsten US-Arbeitsmarktdaten sehen werden, dürften wir es hier tatsächlich mit einer ausgemachten Top-Bildung zu tun haben.

Das Ruder kann also theoretisch betrachtet immer noch herumgerissen werden und eine Top-Bildung in Aktien wäre nur korrekturbezogen, wenn die derzeit schwachen Daten nur temporär sind.

Viel Erfolg!

Markt interpretieren mit Selbstvertauen

Den Markt interpretieren (Teil 1)

Liebe Leser.

den Markt analysieren bedeutet nicht einfach nur Zahlen auswerten, sondern man sollte auch in der Lage sein den Markt zu interpretieren. Denn am Ende hängt der Erfolg der Entscheidung nicht nur von den Zahlen ab, sondern wie sich das wirtschaftliche Umfeld rund um das Unternehmen oder den Sektor entwickeln könnte. Betonung liegt auf „könnte“.

Besonders wenn Sie auf den Handel von Wachstumswerten setzen oder zyklische Entwicklungen handeln möchten, sollten Sie die allgemeine, makroökonomische Lage gut einschätzen können.

Im Rahmen dieser Artikelreihe will ich zunächst einige Grundgedanken generell zur Marktinterpretation anstellen, bevor ich im zweiten Beitrag ein Beispiel aus der Praxis beschreibe, das sich auf die derzeitige Situation an den Märkten bezieht.

Wir versuchen alle Markttiming zu betreiben

Ich weiß, Value-Investoren werden jetzt einwenden, man sollte nicht auf zyklische Entwicklungen wetten, also quasi das richtige Timing versuchen zu treffen, denn das würde in vielen Fällen nicht funktionieren.

Doch meiner Meinung nach, ist der Versuch das richtige Timing zu treffen, nicht immer nur auf ein und dieselbe Handelsstrategie bezogen, sondern allgemeingültig.

Es ist egal welche Strategie wir verfolgen. Im Grunde genommen, versuchen wir alle das richtige Timing zu treffen, nur auf eine andere Art und Weise. Das bringt alleine schon das Risiko, das mit dem Investieren einhergeht mit sich. So in etwa hatte ich das in diesem Artikel bereits versucht zu erklären:

Klassische Kapitalanlage oder Trading

Wenn Sie in eine Aktie investieren, egal nach welchen Kriterien, wollen Sie ja, dass der Kurs für diese Aktie steigt oder nicht? Dividendenstrategien mal außen vor gelassen. Und je mehr der Kurs steigt umso besser.

Ob Sie also von diesem Kursanstieg ausgehen, weil die Aktie derzeit günstig bewertet ist oder weil der Kurs aus markttechnischer Sicht günstig aussieht oder sich das gesamte Geschäftsfeld generell im Wachstum befindet, sind zwar drei verschiedene Gründe.

Sie zielen jedoch auf ein und das selbe ab, nämlich einen so weit wie möglich voranschreitenden Kursanstieg in der Aktie. Natürlich wird je nach Strategie dem Timing mal mehr mal weniger Relevanz beigemessen.

Sofern man breit diversifiziert und eine Buy&Hold Strategie verfolgt, geht man in der Regel davon aus, dass die Diversifikation das Portfolio nach einer Weile schon auf den richtigen Weg bringen wird.

Aber auch hier: Dieser richtige Weg ergibt sich aus der Auswahl der Werte und diese werden mit hoher Wahrscheinlichkeit so ausgewählt, dass die Chancen die Risiken überwiegen sollen.

Sie werden, mit hoher Wahrscheinlichkeit, auch wenn unbewusst, auf irgend eine Art und Weise versuchen eine Ihrer Ansicht nach gute Einstiegsgelegenheit zu finden.

Den Markt interpretieren ist eine subjektive Angelegenheit

Interpretieren ist in der Regel eine äußerst subjektive Angelegenheit, doch wir alle tun es, wenn es um Entscheidungen geht. Dass wir uns als Anleger gerne auf Zahlen dabei stützen, ist unser Versuch so rational wie möglich dabei vorzugehen.

Am Ende der Analyse wird man jedoch in den meisten Fällen eine Interpretation der Lage vornehmen müssen. Es sei denn man überlässt das komplett anderen.

Mein Professor an der Uni für das Fach Unternehmensbewertung sagte:

Egal wie gut Sie Bilanzen lesen können, die Unternehmensbewertung bleibt zu einem gewissen Grad so etwas wie Kunst, denn sie erfordert an vielen Stellen eine Eigeninterpretation der Dinge.

Das zu begreifen ist sehr wichtig. Denn erst wenn man sich traut eine Eigeninterpretation vorzunehmen, sei sie falsch oder richtig, ist man, meiner Ansicht nach, in der Lage sich weiter zu entwickeln.

Nicht umsonst heisst es laut einer berühmten Börsenweisheit:

Jemand, der nicht in der Lage ist eigene Entscheidungen zu treffen, hat an der Börse nichts verloren.

Damit Sie es nicht falsch verstehen. Vielen Anfängern fehlt es nicht an Übermut und dieser ist oft sogar der Grund, warum man kläglich scheitert. Auch wenn das möglicherweise die Vorstufe für Erfolg an den Märkten ist, denn ohne zumindest nur einmal auf die Schnauze geflogen zu sein, lernen nur die wenigsten.

Davon spreche ich hier aber nicht. Was ich damit meine ist: Sie sollten in der Lage sein ihre eigenen Interpretationen zu treffen, nach Auswertung fremder Informationen. Seien es Bilanzanalysen, technische Analysen, Nachrichten oder Börsenbriefe oder sonst was es alles gibt.

Verschaffen Sie sich am Ende, immer Ihr eigenes Bild der Lage und nutzen Sie Informationen als Ideengeber und weniger als Entscheidungsgrundlage. So wie ich das sehe, bleibt uns bei der Fülle an Informationen, die heutzutage auf uns einprasseln sowieso kaum etwas anderes übrig.

Diese Informationsflut macht den Markt noch effizienter als er es ohnehin schon ist. Wenn sie sich einen Vorteil verschaffen wollen, und darum geht es im Börsenhandel in der Regel, stellt eine Eigeninterpretation oftmals einen Edge dar, denn frei zugängliche Informationen hat jeder, Ihnen in den Kopf schauen, kann aber niemand.

Erstes Fazit für Markt interpretieren lernen

Bevor ich aber noch philosophischer werde und das Ganze komplizierter mache als es eigentlich ist, komme ich zum Punkt. Erfolgreicher Börsenhandel benötigt Selbstvertrauen.

Vertrauen in die Fähigkeit, den Markt selbst einschätzen zu können. Auch wenn die Einschätzung nicht immer treffend sein muss, glaube ich persönlich daran, dass diese Fähigkeit die Essenz einer erfolgreichen und eigenverantwortlichen Strategie darstellt.

Es ist wie beim Sport, wo alleine das Selbstvertrauen oft in der Lage ist, noch einiges an Kapazität herauszuholen obwohl der Körper gefühlt bereits an seine Grenzen gestoßen ist. Diese Fähigkeit wird einem nur selten in die Wiege gelegt, insofern muss man dafür etwas tun. Trainieren eben.

Wie so eine Marktinterpretation aussehen kann, dazu in den nächsten Tagen im zweiten Teil der Reihe  mehr.

Viel Erfolg!

Robo-Advisor und ETFs

Robo-Advisor und ETFs – Eine gesunde Mischung?

Liebe Leser,

Robo-Advisor und ETFs sind die zwei derzeit am meisten besprochenen Themengebiete in der Welt der privaten Kapitalanlage.

Bekanntlich besteht diese Welt aus Rendite und Risiko und bevor man mittels eines Produktes in einen Wert investiert, sollte man sich nicht nur mit der möglichen Rendite anfreunden, sondern auch mit den Risiken des jeweiligen Produktes.

Das Risiko besteht aber nicht nur aus Kursverlusten, sondern auch aus produktspezifischen, meist auf der technischen Ebene existierenden Ereignissen, die zu Verlusten führen können.

Wie etwa das Liquiditätsrisiko. Nennen wir also das normale Kursrisiko das „fundamentale“ Risiko und das produktspezifische, das „technische“ Risiko. 

Auf die einzelnen technischen Risiken eines ETFs, (ja es gibt mehrere), gehe ich lieber in einem gesonderten Artikel ein. Hier geht es mir besonders um die Combo Robo-Advisor und ETFs.

Das technische Risiko eines Robo-Advisors kann ebenso vielfältig sein, denn es hängt davon ab, welche Produkte und Strategien der jeweilige Robo-Advisor verfolgt. Es gibt mittlerweile, wie hier in diesem Artikel

Robo-Advisor- Die Zukunft der Geldanlage?“

von der Trading-Treff Redaktion gut dargelegt, über 70 Robo-Advisor Anbieter in der EU. Viele von diesen Robo-Advisorn sind einfache Online-Portfolio-Builder. Andere wiederum treten bereits als Vermögensverwalter auf.

Mir geht es hier besonders um die Letzteren, denn Robo-Advisor auf Portfolio-Builder Ebene empfinde ich als durchaus nützlich, denn sie erleichtern schließlich mit Hilfe mathematischer Methoden die Auswahl von Produkten, setzen dabei aber keine Strategien anhand von festgelegten Parametern um.

Ein Robo-Advisor verfolgt in der Regel eine aktive Anlagestrategie

Wenn Sie auf der Suche nach einem Portfolio sind, das einem Buy&Hold Ansatz entsprechen soll, sind solche Robo-Advisor für Sie schlicht und ergreifend nicht geeignet. Egal wie ausgefeilt und formellastig die Parameter daher kommen.

Denn, welchen Sinn macht es im Rahmen einer Buy&Hold Strategie, sich auf Parameter zu stützen, die ihre Positionen im Fall der Fälle reduzieren oder gar alle auflösen? Keinen, denn der Sinn der Strategie ist es zu diversifizieren und Drawdown-Phasen auszusitzen.

Damit komme ich zum Problem Robo-Advisor und ETFs. Robo-Avisor brüsten sich gerne damit, dass sie ihre „angeblich“ passiven Anlagestrategien auf Basis des ETF-Handels durchführen. Was ja in diesem Fall natürlich nur das Produkt betrifft und nicht die Anlagestrategie.

Aus diesem Zusammenspiel ergibt sich, aus meiner Sicht, ein enormes technisches Risiko, das von beiden ausgeht. Sowohl von der Strategie des Robo-Advisors als auch des ETFs selbst.

Das technische Risiko eines ETFs, das hier gemeint ist besteht in der Praxis, in einer bereits oft dagewesenen geringen Liquidität. Selbst die größten ETFs verzeichnen hin und wieder starke Abweichungen des aktuellen Börsen-Preises zum Net Asset Value, was sich sodann in einem krassen Spread zeigt. Wie das Ganze ausgehen kann, können Sie hier z.B. nachlesen:

„ETF-Flash-Crash“

Aus diesem Liquiditätsrisiko ergibt sich folgendes Problem, wenn man damit gleichzeitig aktive Handelsstrategien verfolgt. Die vorher festgelegten Parameter des Robo-Advisor könnten auf die „unreale“ Kursstellung mit überstürzten Verkäufen reagieren, die sodann natürlich zu großen Verlusten bei den Anlegern führen.

In der Regel erholt sich der Kurs nach so einem Flash-Crash schnell wieder, nur dann haben die Börsen die Order des Robo-Advisors bereits ausgeführt.

Fazit für Robo-Advisor und ETFs

Robo-Advisor und ETFs müssen keine ungesunde Mischung sein.  Wie so immer, sollte es aber die richtige sein. Experten aus der ETF-Branche sind sich mittlerweile sicher, dass das größte Risiko, das ETFs betrifft das Liquiditätsrisiko und damit das technische Risiko ist.

Logischerweise aber besteht dieses Risiko für den privaten Anleger besonders dann, wenn aktive Handelsstrategien verfolgt werden. Also Parameter existieren, die zu überstürzten Verkäufen führen. Stop-Loss Order sind da besonders anfällig.

Das Argument, ETFs wären für den kurzfristigen Handel besser geeignet, als für den langfristigen, ist meiner Meinung nach daher nicht wirklich schlüssig.

Ob ein Robo-Advisor hier einen Unterschied macht zwischen einem Flash-Crash oder einem echten Crash, kann ich nicht genau beantworten, ist aber im Rahmen einer Buy&Hold Strategie oder einer langfristig ausgelegten passiven Anlagestrategie auch gar nicht relevant.

Denn der Verkauf würde ja normalerweise in keinem der beiden Fälle stattfinden. Sie sollten daher, bevor Sie sich für einen Robo-Advisor entscheiden, erst einmal sich selbst die Frage beantworten, welche Strategie Sie verfolgen möchten.

Bei einer klassischen Buy&Hold, wäre es empfehlenswert einen Robo-Advisor zu nutzen, der Ihnen nur Portfoliovorschläge unterbreitet. Bei vermögensverwaltenden Robo-Advisorn sollte man hingegen genau hinschauen und zwar nicht nur nach der Strategie, sondern mit welchen Produkten diese umgesetzt wird.

Denn, passiv ist hier nicht gleich passiv, sondern kann in der Praxis aktiv schön in die Hose gehen.

Viel Erfolg!


Newsletter abonnieren

Anzeige

Letzte Beiträge

Kommentare

Kategorien

Relevante News

Ashraf Laidi's Twitter avatar
Ashraf Laidi
@alaidi

GERMAN JUNE INFLATION ACCELERATES TO 1.5%; MEDIAN EST. 1.3% Dutch & Germans will go nuts on Draghi #forex

Retweeted by alpha-invest.blog
Ashraf Laidi's Twitter avatar
Ashraf Laidi
@alaidi

More solid US data US pending home sales -0.8% vs exp +0.8%

Retweeted by alpha-invest.blog
Bloomberg Markets's Twitter avatar
Bloomberg Markets
@markets

ECB suggests markets misinterpreted comments from Mario Draghi on the rise of inflation t.co/pUJS7Jr7y4 t.co/Etflrn5nan

Retweeted by alpha-invest.blog
Tweet Media
alpha-invest.blog's Twitter avatar
alpha-invest.blog
@invest_alpha

wie erwartet #TecDAX folgt dem #NASDAQ Index mit einem starken Down-Gap #Aktientop t.co/EWwCHDuoZ3

Tweet Media
alpha-invest.blog's Twitter avatar
alpha-invest.blog
@invest_alpha

Top-Bildung in Aktien? t.co/QdrxEIjvnc t.co/M0G2p0NvZA

Tweet Media
Ed Matts's Twitter avatar
Ed Matts
@EdMatts

"Not whether you're right or wrong thats important but how much you make when right and lose when wrong" George Sor… t.co/4QMOmqPLqs

Retweeted by alpha-invest.blog
Blogverzeichnis - Bloggerei.de Blogverzeichnis